Solinger Morgenpost
15.02.06
Immer mehr Schüler bekommen Nachhilfe
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Immer mehr Schüler
bekommen Nachhilfe

 

 

(tws) Ob Mathe, Deutsch oder Englisch - nach Schulschluss ist häufig der Unterricht des Kindes noch nicht zu Ende. Nahezu jeder dritte Schüler in NRW erhält laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bereits private Nachhilfe. Tendenz: steigend. Dr. Marion Suschke vom Studienkreis am Werwolf bestätigt das. "Immer mehr Schüler nehmen Nachhilfe in Anspruch." Bis sich Eltern jedoch an ein professionelles Institut wenden, haben nach den Worten der Nachhilfelehrerin zuvor mitunter schon Freunde, Nachbarn oder ältere Schüler dem Kind die Zusatzstunden erteilt - offenbar ohne den gewünschten Erfolg. Marion Suschke rät, das Warnsignal einer ersten Fünf ernst zu nehmen. "Es ist immer leichter, die Lücken gleich aufzuarbeiten, statt zu warten, bis sie riesengroß sind."
Eltern lassen sich die privaten Zusatzstunden ihres Kindes einiges kosten. Etwa acht bis zehn Euro nimmt ein Schüler aus der Oberstufe. Zwischen 18 und 24 Euro kostet die 45-minütige Zusatzstunde in den Nachhilfeschulen. Geschätzt wird, dass Väter und Mütter in NRW pro Jahr rund 200 Millionen Euro für Nachhilfe ausgeben. Nach den Worten von Marion Suschke sollte man auf die

Qualifikation der Lehrkräfte achten. Seriöse Institute erkenne man unter anderem daran, dass unverbindliche Probestunden angeboten und Schule beziehungsweise Eltern in das Betreuungsangebot eingebunden werden.

Markt mit vielen Grauzonen

Der Studienkreis kann das TÜV-Siegel als geprüfte Nachhilfeschule vorweisen. Das Lernzentrum von Wolfgang Sinkwitz am Entenpfuhl ist ebenfalls mit einem Gütezeichen für Nachhilfeschulen ausgezeichnet und zertifiziert. "Die Schulkarriere von Kindern ist zu wertvoll, als dass man damit experimentieren sollte." Sinkwitz empfiehlt, die Wahl des Nachhilfelehrers sehr gut zu überlegen. Er selbst erlebt das Geschäft mit den privaten Zusatzstunden am Nachmittag als einen Markt mit vielen Grauzonen. Seine Einschätzung: Etwa 30 Prozent werden von Nachhilfeschulen abgewickelt. 70 Prozent ist Grauzone.
Die Gründe für den Zusatzunterricht sind nach Ansicht von Marion Suschke vielschichtig. In der Pubertät könnte Schule für Jugendliche zum Beispiel zeitweise nur Nebensache werden, so dass Nachhilfe erforderlich werde.