Nachhilfe ist
der Normalfall
(tws) Wegen seiner Nachhilfestunden braucht
sich nach den Worten von Dr. Marion Suschke und
Wolfgang Sinkwitz kein Kind zu schämen. "Das ist inzwischen etwas ganz
Normales." Beide betreiben Nachhilfeschulen am Werwolf beziehungsweise
am Entenpfuhl. Sie empfehlen, dem Kind rechtzeitig zu helfen, nicht bis zur
ersten Zeugnis-Fünf abzuwarten. "So lässt sich unnötiger Druck im
Schuljahresverlauf vermeiden." Es sei immer leichter, die Lücken
gleich aufzuarbeiten, statt zu warten, bis sie riesengroß seien. Suschke vom Studienkreis bietet Eltern und Schülern
eine unverbindliche Lernberatung an. Sinkwitz empfiehlt, den
Nachhilfelehrer sorgsam auszuwählen. Seine Erfahrung: "Die Schüler
sind intelligent genug. Manchmal brauchen sie nur einen Anstoß."
Fördern und fordern - beides erlebt der Nachhilfelehrer. Einmal
unterrichtete er eine Abiturientin. Ziel der Schülerin: In Mathe die 1 im
Abiturzeugnis halten.
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Auf die
Sprünge helfen
Ohne Nachhilfe kommen nur wenige Schüler durch die Schulzeit. Jeder
dritte erhält private Zusatzstunden. Tendenz: weiter steigend. Überfordert
der Schulunterricht unsere Kinder tatsächlich, so dass Eltern reihenweise
teure Nachhilfestunden finanzieren müssen? Wohl kaum. Es gibt
unterschiedliche Gründe, dem Sohn oder der Tochter unter die Arme zu
greifen. In der Pubertät kann ein Jugendlicher vorübergehend in ein
Lernloch fallen. Sicher gibt es auch ehrgeizige Eltern, die ihr Kind
unbedingt zum Abitur bringen wollen. Oder der stressige Job lässt ihnen
keine Muße, in Ruhe die Hausaufgaben durchzusprechen. Wenn sich Kinder
stundenlang vom Fernseher berieseln lassen, fällt es ihnen schwerer,
Matheaufgaben zu lösen und Deutschaufsätze zu schreiben. Die Schule ist am
Nachhilfe-Boom aber ebenso mitbeteiligt: weil die Klassen zu groß sind, der
ein oder andere Fachlehrer den Stoff doch nicht richtig vermitteln kann, zu
wenig pädagogisches Personal für genügend Förderunterricht vorhanden ist.
Schade! Dafür müsste es Nachhilfe geben, um der Schule bei diesen Problemen
auf die Sprünge zu helfen.
Günter Tewes
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