Solinger Morgenpost

28.08.06

Nachhilfe ist der Normalfall

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Nachhilfe ist
der Normalfall

(tws) Wegen seiner Nachhilfestunden braucht sich nach den Worten von Dr. Marion Suschke und Wolfgang Sinkwitz kein Kind zu schämen. "Das ist inzwischen etwas ganz Normales." Beide betreiben Nachhilfeschulen am Werwolf beziehungsweise am Entenpfuhl. Sie empfehlen, dem Kind rechtzeitig zu helfen, nicht bis zur ersten Zeugnis-Fünf abzuwarten. "So lässt sich unnötiger Druck im Schuljahresverlauf vermeiden." Es sei immer leichter, die Lücken gleich aufzuarbeiten, statt zu warten, bis sie riesengroß seien. Suschke vom Studienkreis bietet Eltern und Schülern eine unverbindliche Lernberatung an. Sinkwitz empfiehlt, den Nachhilfelehrer sorgsam auszuwählen. Seine Erfahrung: "Die Schüler sind intelligent genug. Manchmal brauchen sie nur einen Anstoß." Fördern und fordern - beides erlebt der Nachhilfelehrer. Einmal unterrichtete er eine Abiturientin. Ziel der Schülerin: In Mathe die 1 im Abiturzeugnis halten.

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Auf die
Sprünge helfen

Ohne Nachhilfe kommen nur wenige Schüler durch die Schulzeit. Jeder dritte erhält private Zusatzstunden. Tendenz: weiter steigend. Überfordert der Schulunterricht unsere Kinder tatsächlich, so dass Eltern reihenweise teure Nachhilfestunden finanzieren müssen? Wohl kaum. Es gibt unterschiedliche Gründe, dem Sohn oder der Tochter unter die Arme zu greifen. In der Pubertät kann ein Jugendlicher vorübergehend in ein Lernloch fallen. Sicher gibt es auch ehrgeizige Eltern, die ihr Kind unbedingt zum Abitur bringen wollen. Oder der stressige Job lässt ihnen keine Muße, in Ruhe die Hausaufgaben durchzusprechen. Wenn sich Kinder stundenlang vom Fernseher berieseln lassen, fällt es ihnen schwerer, Matheaufgaben zu lösen und Deutschaufsätze zu schreiben. Die Schule ist am Nachhilfe-Boom aber ebenso mitbeteiligt: weil die Klassen zu groß sind, der ein oder andere Fachlehrer den Stoff doch nicht richtig vermitteln kann, zu wenig pädagogisches Personal für genügend Förderunterricht vorhanden ist. Schade! Dafür müsste es Nachhilfe geben, um der Schule bei diesen Problemen auf die Sprünge zu helfen.

Günter Tewes

 

 

 

 

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