Solinger Morgenpost

01.03.07

Einheitsdress in der Schule?

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Einheitsdress in der Schule?

SCHULUNIFORM Elternvertreter fordert einheitliche Kleidung. Die ist an vielen Solinger Schulen aber bislang kein Thema.

 

 

 

 

Die einen tragen Diesel-Jeans und Hilfinger-Pulli, die anderen Klamotten vom Discounter: Wer viel und wer wenig Geld hat, lässt sich bei vielen Schülern an der Kleidung ablesen. „Das geht den Eltern richtig an den Geldbeutel, wenn sie Markenklamotten kaufen, um ihre Kinder vor Mobbing zu schützen“, sagt Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft. Er ist für den Einheitsdress, den das neue NRW-Schulgesetz zulässt. An den meisten Solinger Schulen sind Schuluniformen bislang jedoch kein Thema.

Der Markenfetischismus sei vor allem bei Schülern in der Sekundarstufe I sehr ausgeprägt, sagt Sinkwitz. „Meine Kinder hatten damals auch Probleme, weil vor allem darauf geachtet wurde, was die Schüler anhaben.“ Sinkwitz kann sich vorstellen, dass eine einheitliche Schulkleidung „für Entspannung auf dem Schulhof“ sorgen könnte.

Das glaubt auch Klaus Blasberg, Direktor des Gymnasiums Schwertstraße. Er hat dabei vor allem die 7. und 8. Klassen im Blick. „Viele Mädchen tragen bauchfreie und tief ausgeschnittene Kleidung. Die verwechseln den Unterricht mit einer Kontaktbörse.“ Ein Einheitsdress könne da zur „hormonellen Beruhigung“ beitragen und gleichzeitig die Identifikation mit der Schule erhöhen. Dass die gleiche Kleidung die sozialen Unterschiede kaschiert, glaubt er jedoch nicht.

 

 

„Der Markenfetischismus tobt sich dann auf anderen Gebieten aus: etwa bei den Handys.“

Erfahrungen mit Schuluniformen hat die Leiterin der Geschwister-.Scholl-Schule, Ingeborg Friege. Sie war sechs Jahre lang Lehrerin in Tansania und Kamerun. „Die Uniform hat die Unterschiede dort überhaupt nicht ausgeglichen.“ Wer Geld hatte, habe das eben bei der Auswahl des Stoffes gezeigt.

 

Schul-T-Shirts verpflichten, sich gut zu benehmen

 

An der Hauptschule Central gibt es unter anderem für die fünften Klassen  einheitliche T-Shirts. „Wenn wir draußen unterwegs sind, tragen die Kinder die Shirts mit Schul-Logo“, erklärt Lehrerin Monika Jung. Das sei auch eine Verpflichtung, positiv aufzutreten. „Denn jeder sieht, wo sie herkommen.“

Vogelsang-Gymnasiastin Katharina Kamphausen (18) weiß, wie es ist, eine Schuluniform zu tragen. Sie besuchte 2005 für vier Monate ein College in Irland. Ihr Dress: Rock, Bluse, Pulli und Kniestrümpfe. „Man macht sich dort nicht so viele Gedanken ums Aussehen. Dafür haben sich viele dann in der Freizeit aufgestylt.“ Zurück in Deutschland ist Katharina in der Schule die eigene Kleidung jedoch lieber: „Für eine begrenzte Zeit war es gut, aber hier kann ich mir das nicht vorstellen.“

asc

 

 

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