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Die einen tragen Diesel-Jeans
und Hilfinger-Pulli, die anderen Klamotten vom
Discounter: Wer viel und wer wenig Geld hat, lässt sich bei vielen Schülern
an der Kleidung ablesen. „Das geht den Eltern richtig an den
Geldbeutel, wenn sie Markenklamotten kaufen, um ihre Kinder vor Mobbing zu schützen“, sagt Wolfgang
Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft. Er ist
für den Einheitsdress, den das neue NRW-Schulgesetz zulässt. An den meisten
Solinger Schulen sind Schuluniformen bislang jedoch kein Thema.
Der Markenfetischismus
sei vor allem bei Schülern in der Sekundarstufe I sehr ausgeprägt, sagt
Sinkwitz. „Meine Kinder hatten damals auch Probleme, weil vor allem
darauf geachtet wurde, was die Schüler anhaben.“ Sinkwitz kann sich
vorstellen, dass eine einheitliche Schulkleidung „für Entspannung auf
dem Schulhof“ sorgen könnte.
Das glaubt auch Klaus
Blasberg, Direktor des Gymnasiums Schwertstraße. Er hat dabei vor allem die
7. und 8. Klassen im Blick. „Viele Mädchen tragen bauchfreie und tief
ausgeschnittene Kleidung. Die verwechseln den Unterricht mit einer
Kontaktbörse.“ Ein Einheitsdress könne da zur „hormonellen
Beruhigung“ beitragen und gleichzeitig die Identifikation mit der
Schule erhöhen. Dass die gleiche Kleidung die sozialen Unterschiede kaschiert,
glaubt er jedoch nicht.
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„Der Markenfetischismus tobt sich dann auf
anderen Gebieten aus: etwa bei den Handys.“
Erfahrungen mit Schuluniformen hat die Leiterin
der Geschwister-.Scholl-Schule, Ingeborg Friege. Sie war sechs Jahre lang Lehrerin in Tansania
und Kamerun. „Die Uniform hat die Unterschiede dort überhaupt nicht
ausgeglichen.“ Wer Geld hatte, habe das eben bei der Auswahl des
Stoffes gezeigt.
Schul-T-Shirts
verpflichten, sich gut zu benehmen
An der Hauptschule Central gibt es unter anderem
für die fünften Klassen einheitliche
T-Shirts. „Wenn wir draußen unterwegs sind, tragen die Kinder die Shirts mit Schul-Logo“, erklärt Lehrerin Monika
Jung. Das sei auch eine Verpflichtung, positiv aufzutreten. „Denn
jeder sieht, wo sie herkommen.“
Vogelsang-Gymnasiastin Katharina Kamphausen (18)
weiß, wie es ist, eine Schuluniform zu tragen. Sie besuchte 2005 für vier
Monate ein College in Irland. Ihr Dress: Rock, Bluse, Pulli und
Kniestrümpfe. „Man macht sich dort nicht so viele Gedanken ums
Aussehen. Dafür haben sich viele dann in der Freizeit aufgestylt.“
Zurück in Deutschland ist Katharina in der Schule die eigene Kleidung
jedoch lieber: „Für eine begrenzte Zeit war es gut, aber hier kann
ich mir das nicht vorstellen.“
asc
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