(tws) Der Unterricht im Montessori-Zweig der Grundschule Meigen an der Schützenstraße findet immer mehr Zuspruch.
Auch die Eltern der Stadtschulpflegschaft stellen sich hinter den alternativen Unterricht. Eine Schließung wäre
nicht hinnehmbar, unterstreicht Vorsitzender Wolfgang Sinkwitz. Die Bezirksregierung hatte eine Diskussion
losgetreten - mit ihren Plänen, den Montessori-Zweig der Grundschule Meigen auslaufen zu lassen. Mit- und voneinander
lernen - dies ist pädagogisches Prinzip im Meigener Montessori-Unterricht. Bereits die Erstklässler arbeiten in dem
Backsteingebäude Kirsch-baumshöhe regelmäßig mit Kindern aus den Klassen 2, 3 und 4 zusammen. Nach den Erfahrungen der
Lehrer bringt das den Kindern mehr Selbständigkeit, Selbstver-trauen und Verantwortungs-bewusstsein.
Ein Unterrichtsschwerpunkt, der aus Sicht von Sinkwitz den Wunsch der Eltern trifft. "Die große Akzeptanz
zeigt sich aktuell bei 176 Kindern in sechs Klassen - und bei jährlich ca. 60 Anmeldungen, aber nur 45 Aufnahmen."
Fazit des Stadtschul-pflegschaftsvorsitzenden:
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"Diese Zahlen rechtfertigen keine Schließung."Sinkwitz fordert eine inhaltliche Diskussion über den Stellenwert des Montessori-Unterrichts in
der Grundschule. "Für Eltern ist es nicht nachvollziehbar, dass auf der einen Seite die Schulbezirksgrenzen fallen
sollen - die Grundschulen in diesem Zuge verstärkt an der eigenen Profilbildung arbeiten müssen, um eigene
Schwerpunkte anzubieten." Gleichzeitig aber entziehe die Bezirksregierung einer Grundschule mit einem
qualifizierten Profil das vorhandene Angebot, kritisiert der Vorsitzende der Stadt-schulpflegschaft.
Es baut aufeinander auf
Auch FDP-Bildungspolitikerin Gabi Reimers fordert den Erhalt des Montessori-Unterrichts für Grundschulkinder.
Nach ihren Worten darf das Fundament nicht verloren gehen. Denn auch in der Sekundarstufe I bieten zwei Solinger
Schulen, eine Realschule und ein Gymnasium, einen Montessori-Zweig an, so dass die pädagogische Arbeit der
Grundschule hier entsprechend fortgeführt werden kann.
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ZWISCHENRUF
Durch gute Arbeit überzeugen
Nein, um die Zukunft des Montessori-Grundschulunterrichts muss man sich eigentlich keine Sorgen machen.
Eltern, Lehrer, Politiker, Schulverwaltung - jeder kämpft mit ganzem Herzen für den Fortbestand der alternativen
Schulstunden. Ein Lernen, das sich als äußerst fortschrittlich und gewinnbringend für Kinder erwiesen hat.
Schon die Befürchtung, dass das alte Backsteingebäude an der Schützenstraße als ungeliebte Grundschul-Zweigstelle
bei der Bezirksregierung unter die Räder kommen könnte, hat alle auf den Plan gerufen - fest entschlossen zum
Widerstand. Was soll da noch passieren?
Es wird viel passieren in den nächsten Jahren in den Grundschulen. Das Ringen um den Erhalt des Meigener
Montessori-Zweiges ist nur ein Vorgeschmack. Schließungs- und Standort-diskussionen aus Mangel an Kindern, die wir
jetzt bereits in den Kindergärten erleben, erreichen naturgemäß schon bald die Grundschulen. Wer dann darauf
bauen will, dass sich alle mit ganzem Herzen einsetzen, muss eine Lobby haben. Das geht nur durch gute Arbeit im
Unterricht der Grundschulkinder.
GÜNTER TEWES |