Solinger Morgenpost

03.10.05

Eltern schätzen Montessori-Unterricht

Eltern schätzen
Montessori-Unterricht

(tws) Der Unterricht im Montessori-Zweig der Grundschule Meigen an der Schützenstraße findet immer mehr Zuspruch. Auch die Eltern der Stadtschulpflegschaft stellen sich hinter den alternativen Unterricht. Eine Schließung wäre nicht hinnehmbar, unterstreicht Vorsitzender Wolfgang Sinkwitz. Die Bezirksregierung hatte eine Diskussion losgetreten - mit ihren Plänen, den Montessori-Zweig der Grundschule Meigen auslaufen zu lassen. Mit- und voneinander lernen - dies ist pädagogisches Prinzip im Meigener Montessori-Unterricht. Bereits die Erstklässler arbeiten in dem Backsteingebäude Kirsch-baumshöhe regelmäßig mit Kindern aus den Klassen 2, 3 und 4 zusammen. Nach den Erfahrungen der Lehrer bringt das den Kindern mehr Selbständigkeit, Selbstver-trauen und Verantwortungs-bewusstsein.

Ein Unterrichtsschwerpunkt, der aus Sicht von Sinkwitz den Wunsch der Eltern trifft. "Die große Akzeptanz zeigt sich aktuell bei 176 Kindern in sechs Klassen - und bei jährlich ca. 60 Anmeldungen, aber nur 45 Aufnahmen." Fazit des Stadtschul-pflegschaftsvorsitzenden:

"Diese Zahlen rechtfertigen keine Schließung."

Sinkwitz fordert eine inhaltliche Diskussion über den Stellenwert des Montessori-Unterrichts in der Grundschule. "Für Eltern ist es nicht nachvollziehbar, dass auf der einen Seite die Schulbezirksgrenzen fallen sollen - die Grundschulen in diesem Zuge verstärkt an der eigenen Profilbildung arbeiten müssen, um eigene Schwerpunkte anzubieten." Gleichzeitig aber entziehe die Bezirksregierung einer Grundschule mit einem qualifizierten Profil das vorhandene Angebot, kritisiert der Vorsitzende der Stadt-schulpflegschaft.

Es baut aufeinander auf

Auch FDP-Bildungspolitikerin Gabi Reimers fordert den Erhalt des Montessori-Unterrichts für Grundschulkinder. Nach ihren Worten darf das Fundament nicht verloren gehen. Denn auch in der Sekundarstufe I bieten zwei Solinger Schulen, eine Realschule und ein Gymnasium, einen Montessori-Zweig an, so dass die pädagogische Arbeit der Grundschule hier entsprechend fortgeführt werden kann.

ZWISCHENRUF

Durch gute
Arbeit überzeugen

Nein, um die Zukunft des Montessori-Grundschulunterrichts muss man sich eigentlich keine Sorgen machen. Eltern, Lehrer, Politiker, Schulverwaltung - jeder kämpft mit ganzem Herzen für den Fortbestand der alternativen Schulstunden. Ein Lernen, das sich als äußerst fortschrittlich und gewinnbringend für Kinder erwiesen hat. Schon die Befürchtung, dass das alte Backsteingebäude an der Schützenstraße als ungeliebte Grundschul-Zweigstelle bei der Bezirksregierung unter die Räder kommen könnte, hat alle auf den Plan gerufen - fest entschlossen zum Widerstand. Was soll da noch passieren?

Es wird viel passieren in den nächsten Jahren in den Grundschulen. Das Ringen um den Erhalt des Meigener Montessori-Zweiges ist nur ein Vorgeschmack. Schließungs- und Standort-diskussionen aus Mangel an Kindern, die wir jetzt bereits in den Kindergärten erleben, erreichen naturgemäß schon bald die Grundschulen. Wer dann darauf bauen will, dass sich alle mit ganzem Herzen einsetzen, muss eine Lobby haben. Das geht nur durch gute Arbeit im Unterricht der Grundschulkinder.
GÜNTER TEWES

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