Solinger Tageblatt

13.11.04

"Werte fallen nicht vom Himmel"

"Werte fallen nicht
vom Himmel"

Podiumsdiskussion: "Werte-Erziehung heute"

(gl) Kinder und Jugendliche sind in einer schnelllebigen Gesellschaft einer Reizüberflutung ausgesetzt. Erziehung und Wertevermittlung sorgen dabei oftmals für Konflikte, da Eltern und Pädagogen häufig ganz unterschiedliche Prioritäten setzen. Die Solinger Stadtschulpflegschaft und die Stadtverwaltung veranstalteten jetzt eine Podiumsdiskussion rund um das Thema "Werte-Erziehung heute - wie geht das?"

Im Pädagogischen Zentrum Vogelsang versammelten sich rund 45 Zuhörer, um die Meinungen von fünf Experten zur Problematik zu hören. "Ich denke, dass eine Erziehung, die nicht auf Werten basiert, auch keine Erziehung ist", sagte Klaus Bailly, Schulleiter des Gymnasiums Vogelsang. Eltern seien für Heranwachsende bewusst oder unbewusst für eine Wertevermittlung verantwortlich. Bailly: "Aber auch für den Umgang unter uns Erwachsenen gibt es Wertvorgaben, die nämlich im Grundgesetz stehen."

Herbert Bühler vom Stadtdienst Schule

wünschte sich eine bessere Kommunikation zwischen den Eltern und den Lehrern. "Ich sehe nicht, dass unsere Jugend den Bach runter geht, aber es gibt Einzelfälle, wo die Eltern wirklich Hilfe brauchen", erklärte Bühler. Dass weniger die Jugendlichen für ihre Lebensweise verantwortlich sind, sondern vielmehr die Gesellschaft ihnen die Werte vorlebt, meinte Pfarrer Axel Stein. "Werte fallen nicht vom Himmel, sondern werden immer von Menschen vereinbart." Globalisierung, ein harter Konkurrenzkampf, sowie hohe Arbeitslosigkeit und Leistungsdruck würden das Leben der Jugendlichen massiv beeinflussen.

"So liberal wie jetzt war unsere Gesaellschaft noch nie, die Jugend hat alle Freiheiten", machte Rainer Pauli vom Stadtdienst Jugend deutlich. Eine Studie zum Thema habe ergeben, dass der überwiegende Teil der Jugendlichen traditionelle Werte als erstrebenswert beurteilen würde: Freundschaft, Partnerschaft, soziales Gefüge ...

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