Solinger Tageblatt

25.04.07

Schulgrenzen nur bedingt offen

als Bild

 

Schulgrenzen nur bedingt offen

SCHULBEZIRKE I

Nach dem Wegfall will der Stadtrat Obergrenzen für die Aufnahme von Kindern an den Grundschulen festlegen.

 

 

 

Von Simone Theyßen-Speich


Die 24 Solinger Schulbezirke, die festlegen, welches Kind in welche Grundschule gehen muss, wird es ab Sommer 2008 nicht mehr geben. Wenn die Eltern im kommenden Herbst ihre zukünftigen I-Dötzchen anmelden, haben sie nach dem neuen Schulgesetz des Landes die freie Wahl – zumindest theoretisch.

 

Denn praktisch wird es auch zukünftig in Solingen Grenzen geben. Etwa wenn es um die Zahl der Kinder geht, die eine Schule aufnehmen kann. Um hier auch weiterhin Planungssicherheit zu haben, diskutieren die Bezirksvertretungen und Ausschüsse in den nächsten Wochen darüber, an den Grundschulen die maximale Klassenzahl festzulegen (Schulausschuss, 25. April, 16 Uhr, IHK-Lehrwerkstatt, Schützenstr. 204). Im Juni wird der Rat dann endgültig entscheiden.

 

Wie diese Kapazitätsobergrenzen aussehen könnten, hat die Schulverwaltung jetzt erarbeitet. „Wir haben uns an den aktuellen Schulentwicklungsplan und die räumlichen Möglichkeiten der Schulen gehalten“, erklärt Udo Depping, Leiter des Stadtdienstes Schule. In weiten Teilen entsprechen diese Höchstgrenzen den schon jetzt vorhandenen Zügen an den Schulen.

 

Ausweiten können sich demnach noch die Schulen Südstraße (auf 3 Parallel-Züge),  Bünkenberg-Widdert (3 – 4 Züge), Weyer (4 Züge) sowie Yorckstraße und Kreuzweg (4 - 5 Züge). Eingeschränkt werden die Schulen

 

 

Uhlandstraße auf drei bis vier und die Schule Gerberstraße auf zwei Züge pro Jahrgang.

 

Anspruch auf nächstgelegene Schule

 

Einerseits soll also die Zahl der Kinder und Klassen begrenzt werden. Andererseits legt das Landesgesetz fest, dass jedes Kind den Anspruch hat, in der nächstgelegenen Grundschule aufgenommen zu werden. „Das beides zusammen lässt nicht allzu viel Spielraum, um vermeintliche Wunschschulen quer durch die Stadt anzusteuern“, sieht Depping dem befürchteten „Schul-Tourismus“ gelassen entgegen.

 

Auch heute besuchen schon etwa 300 Grundschüler eine Schule außerhalb ihres Bezirks. „Wer das möchte, hat auch in der Vergangenheit eine Oma oder Tagesmutter vorgewiesen. Die Notwendigkeit einer Begründung fällt jetzt einfach weg“, so Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft. Er wünscht sich, dass Schulen die Öffnung nutzen, um noch mehr an ihren Profilen zu arbeiten. Schulen mit problematischem Einzugsbereich sollten mehr Unterstützung, etwa für kleinere Klassen und individuelle Förderung bekommen.

 

Leichte Verschiebungen könne es in direkter Nachbarschaft geben. „Es kann sein, dass ein Kind in den Bezirk Böckerhof gehört, eigentlich aber näher an der Schule Bünkenberg wohnt. Da macht es künftig Sinn, die nähere Schule zu wählen“, so Depping. Denn die alten Bezirke wurden vor 27 Jahren gemäß der damaligen Wohnbebauung festgelegt.

 

 

 

Übersicht Presse