Stadtschulpflegschaft
Solingen - Der
rundeTisch
e.V.
17.02.1999 ISW-Aschermittwochsmahl 1999
Ulrich Uibel, Oberbürgermeister der Stadt Solingen und Jochen Sommer,
der 1.Vorsitzende der Interessengemeinschaft „ISW" unterstrichen auf dem
ISW-Aschermittwochsmahl die hohe Bedeutung der schulischen Bildung als
Voraussetzung für die Lebensplanung und den Erfolg im Beruf.
Sommer eröffnete die ausverkauften Wohltätigkeitsveranstaltung
und stellte zunächst fest, daß Bildung nicht durch „Beschulung"
erreicht wird, sondern durch die Bereitschaft jedes Einzelnen laufend dazuzulernen
und lebenslang neu zu erlernen. Dann forderte er das Podium provokativ
auf, konkret Stellung zu nehmen, ob Schule denn nun „Phantasialand zwischen
den Ferien" oder Kaderschmiede künftiger Eliten sei. Wolfgang Sinkwitz,
Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft Solingen, ergänzte diese Forderung
und bat um Aufklärung, was konkret gegen Unterrichtsausfall oder Lehrermangel
und für die Weiterbildung der Lehrkräfte und damit für die
Qualität der Schulen getan wird.
OB Ulrich Uibel stellte als Verwaltungschef fest, daß trotz Haushaltsproblemen
der Bereich Schule hohe Priorität habe und Solingen derzeit in der
Schulverwaltung (Sach- und Raum-be-wirtschaftung) nur einen überschaubaren
Reststau habe. Heinz-Eugen Bertenburg, FDP-Fraktionschef, freute sich,
daß Schulthemen im Rat seit einiger Zeit mit hohem Konsens angegangen
werden. Bertenburg, Direktor der kaufmännischen Berufsschule, stellte
klar, daß die Schulen sich zwar der Aufgabe stellen, Defizite mancher
Schüler in der Erziehung durch das Elternhaus auszugleichen, aber
letztlich „Schule" nicht in der Lage sei, sämtliche Gesellschaftsprobleme
zu lösen. Dr. Meyer-Hese-mann, Staatssekretär im Ministerium
für Schule, Weiterbildung und Forschung punktete mit einem brillanten
Vortag gleichermaßen bei den Wirtschaftern wie bei Eltern, indem
er aufzeigte, daß Unterrichtsausfall als Problem erkannt sei und
Maßnahmen getroffen sind, um Verbesserungen zu erreichen. Kompetent
stellte er auch dar, daß das Zusammentreffen unterschiedlicher Lern-bereit-schaft
und Lernfähigkeiten sowie die heute vielfach geringere Hintergrundflankierung
des Schülers durch die Eltern nicht erst seit gestern als Problem
erkannt sei und durch Weiterbildung der Lehr-kräfte „in Arbeit" sei.
Nicht ganz einhellig dann allerdings wurde aufgenommen, als Meyer-Hesemann
die Qualität der NRW-Schulen und deren Bildungsergebnisse sowie die
Gewalt- oder Drogen--problematiken mit Statistiken aus USA und Europa positivieren
wollte.
Die anschließende lebhafte Diskussion entließ die Teilnehmer
dann mit dem Gefühl, daß es sich lohnt „Schule" engagiert mitzugestalten,
da Politik und Verwaltung nicht nur offene Ohren und sehende Augen in diesem
Themenkomplex haben, sondern bereit sind, Bildung als Kapital der Zukunft
anzusehen, wenn nicht gar als „Bildung = Kapital der Zukunft!", wie Bertenburg
das Veranstaltungsmotto umtextete.
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