GEW Solingen

06.99

Bündnis für bessere Schulen

Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft
Solingen
Verband
Bildung und Erziehung
Solingen

rufen auf zur

Demonstration mit der Stadtschulpflegschaft Solingen
am Samstag, den 8. Mai 1999, 11.00 Uhr Rathaus Potsdamer Straße
Der Demonstrationszug führt zum Fronhof. Dort sprechen Vertreter der Eltern, des VBE und der GEW

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

VBE und GEW begleiten und beraten seit Jahren die Stadtschulpflegschaft Solingen in ihrer Arbeit. Dies wollen sie auch im Hinblick auf die geplante Demonstration gegen die "Misere in der Bildungspolitik" tun
In Solingen gefällt den Eltern nicht, * dass der Schulraum nicht ausreicht,
* dass Schwimmunterricht ausfällt,
* dass Turnhallen fehlen und Sport-unterricht nicht stattfinden kann,
* dass sich die Lernbedingungen verschlechtern,
* dass integrative Klassen im Sekundarbereich fehlen.

GEW und VBE
* wollen in diesem Zusammenhang auf die überzogene Arbeitsbelastung aufmerksam machen und angemessene Entlastung einfordem,
* wollen von unserem Arbeitgeber hinreichend Zeit, Material und Personal für eine gute Schule haben,
* wollen, dass unsere arbeitslosen jungen Kolleginnen und Kollegen eine Chance bekommen,Drum kommet zu Hauf, KollegInnen und Kollegen, Referendarinnen und Referendare, unterstützt die Eltern, die sich für die Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen einsetzen.

V.i.S.d.P.: Eckehard Vogt, Solingen


 

Bündnis für bessere Schulen

Eckehard Vogt

Der GEW StV Solingen geht mit Stadtschul pflegschaft und Lehrerverbänden auf die Straße.

Solingen, bedeutender politischer Ursprung des Bergischen Landes entwickelt sich neben Wuppertal und Remscheid zum weiteren "Epizentrum" des Bergischen Bebens gegen die Schulpolitik von Kommune und Landes regierung. Ein Zusammenschluss der Pflegschaften aller Grund-, Sonder- und Weiterführenden Schulen als "Stadtschul pflegschaft Solingen - Der runde Tisch e.V." belebt die schulpolltische Szene der Stadt seit einigen Jahren .. mit gewissen Erfolgen. Man wird in der Politik zur Kenntnis genommen, hat beratende Stimme im Schulausschuss des Rates erreicht und wird nicht müde, in kontinuierlicher Folge durch Veran staltungen mit unter schiedlichen Partnern Eltern und Öffentlichkeit auf schulpolitische Probleme aufmerksam zu machen.

Als Geburtshelfer stand der Vereinigung der GEW-Stadtverband zur Seite. Es werden Informationen ausgetauscht, über einen Kontakter eine ständige GEW-Präsenz in den Sitzungen erreicht und gemeinsam Veran staltungen und Aktionen organisiert: Podiumsdiskussion "Bedarfsdeckender Unter richt", Elternfortbildung "Rechtschreiben lernen", Info-Veranstaltungen in der Fußgän gerzone und Anfang Mai eine Demonstration aus Anlass der "Misere in der Bildungspolitik".
Eins sei hier offen bekannt: Den größten Mut zur Demo hatten die Eltern, die größten Bedenken wegen einer möglichen Pleite ich. Aber die Zahl der Beteiligten gab den Aktivisten recht:

600 Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen und Lehramtsanwärter bildeten den Demonstra tionszug, der sich durch die Innenstadt zum Ort der Kundgebung bewegte, der durchaus gefüllt werden konnte. Während der Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft in seiner Rede auf die kommunalpolitische Misere, gekennzeichnet durch Raumnot in den Sekundarstufen, fehlende Turnhallen und ausfallenden Schwimmunterricht einging, war die GEW durch Norbert Müller, Oberhausen, vertreten, der - so bestätigten es etliche Rückmeldungen der Eltern - sehr wirkungsvoll die Verschlechterungen und strukturellen Schwachpunkte der NRW-Bil dungspolitik in Worte fasste. Sehr wirkungsvoll auch deshalb, weil sich hier Vertreter der GEW (mal wieder) als kompetent und einsatzbereit empfahlen. Der Stadtverband lieferte Fahnen, Plakate, Megafon, rief noch einmal gesondert durch Plakataktion in den Schulen zur Teilnahme auf und besetzte durch Norbert die landes politische Diskussion. Der VBE fungierte als Mitveranstalter auf und war durch etliche Mitglieder vertreten.
Eine beachtliche Resonanz der sonst zuweilen schulpolitisch recht zurückhaltenden Presse und vor allem des Lokalfunks belohnte die Veranstalter.
Mehr mit Schmunzeln aber doch auch Genugtuung der Aufmacher der lokalen Presse vier Tage nach dieser Aktion:

3300 Lehrerstellen für NRW im nächsten Schuljahr!

So kurzfristig und wirkungsvoll kann Schulpolitik sein! Man braucht eben nur mal auf die Straße zu gehen! Oder?
GEW, Stadtschulpflegschaft und VBE als Bündnis für eine bessere Schule, das kann man "unparteiisch" besonders im Vorwahlkampf recht breitenwirksam verkaufen, denke ich. Wir in Solingen werden dies auf jeden Fall tun.


 
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