Solinger Morgenpost

01.03.00

Mit Hoffnungen spielen


Unsere Meinung

Mit Hoffnungen spielen

Von GÜNTER TEWES

Schulraum ist knapp. Also muss in unserer Stadt die vierte Gesamtschule her - das kleine Einmaleins von Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie von der Stadtschul pflegschaft ist eine gefährliche Gleichung. Sie spielt mit den Erwartungen der Eltern. Bei Vätern und Muttern werden mit dem populistischen Vorstoß wieder einmal Hoffnungen geweckt, die nicht in Erfüllung gehen können.
748 Kinder wurden diesmal für die 570 Plätze an den drei Gesamtschulen angemeldet. 178 Jungen und Mädchen müssen abgewiesen werden. Auch im nächsten Jahr wird es nicht für jedes angemeldete Kind einen

Gesamtschulplatz geben. Abweisungen sind sogar pädagogisches Prinzip der Gesamtschule, um die Begabungen des Haupt- und Realschülers sowie des Gymnasiasten zu jeweils einem Drittel zu berücksichtigen. Selbst aus den Gesamtschulen sind Zweifel am bildungs politischen Sinn einer vierten Gesamtschule in Solingen laut geworden. Hintergrund: Es sind zu wenig gute Schüler unter den Angemel deten, um sie durch vier teilen zu können.
Wie wichtig aber den Eltern die Real- und die Hauptschule sowie das Gymnasium neben der Gesamtschule ist, hat der Anmeldetermin vor einer Woche eindrucksvoll bewiesen. Sie alle müssen im nächsten Jahr Platz schaffen für kleinere Klassen.

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