Solinger Morgenpost

01.03.00

Gesamtschule zur Kirschbaumshöhe


GEW und Schulpflegschaft fordern:

Gesamtschule zur Kirschbaumshöhe

Von GÜNTER TEWES

"Jetzt müssen wir endlich Nägel mit Köpfen machen. Sonst haben wir im nächsten Jahr das Chaos": Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie Stadtschulpflegschaft mahnen den dringend benötigten Raum in weiterführenden Schulen an und fordern, das Gebäude an der Kirschbaumshöhe mit acht Klassen im Sommer nächsten Jahres zur vierten Gesamtschule zu machen. Als Zwischenlösung bezeichnete dies GEW-Vorsitzender Michael Seiffert auf dem Weg zu einem längst überfälligen Schulneubau im Raum Höhscheid. Ubernächste Woche wollen die beiden Verbände in allen Solinger Schulen bei Eltern und Lehrern Unterschriften für den Vorstoß sammeln.

Noch gehen in die acht Klassen im Gebäude Kirschbaumshöhe an der Schützenstraße Kinder der Grundschule Klauberg. Weil dort aber in den nächsten Monaten der Erwei terungsbau fertig wird, stünde die Dependance theoretisch zur Verfügung. Ein Zwischenschritt - mehr darf nach den Worten von Michael Seiffert das Provisorium im alten Backsteinbau an der Kirchbaumshöhe nicht werden.

Ziel: Neubau in der Südstadt

"Das ist nur verantwortbar mit einem Planungs- und Errichtungsbeschluss einer vierten Gesamtschule im Raum Südstadt", betonte der GEW-Vorsitzende gestern vor der Presse. Eckehard Vogt, im Vorstand der Lehrer gewerkschaft, sah ebenso die Schwächen der Kirschbaumshöhe: "Das ist eine erhebliche Notlösung!"
Schnell muss es aus Sicht der GEW gehen, um die Raumnot angesichts steigender Schüler zahlen zu beheben. Noch in diesem Jahr müsse der Stadtrat die vierte Gesamtschule beschließen, sagte Seiffert. Und die Finan zierung? "Für uns ist das eine Frage der Priorität. Wir fordern diese Priorität für die Bildung ein."
Alles spricht nach den Worten von Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschul pflegschaft, für die vierte Gesamtschule, vor allem auch der Elternwille. "Wir brauchen dringend Schulraum", sagte er mit Blick auf

die jüngsten Anmeldungen zu Gymnasien, Real-, Haupt- und Gesamtschulen. Wenn im nächsten Schuljahr 31 Kinder in den fünften Klassen säßen, seien diese um rund zehn Prozent überbelegt. "Der Richtwert liegt bei 28 Schülern."
Michael Seiffert spricht von einer deutlichen Verschärfung der Situation in den neuen fünften Klassen im nächsten Jahr. "Dann sind 150 Kinder mehr unterzubringen." Auch in den folgenden Jahren bleibe die Zahl der Entlass-Schüler aus den Grundschulen hoch.

Mit Bauchschmerzen akzeptiert

"Wir fordern eine Lösung für das nächste Jahr", so Seiffert. Nur mit Bauchschnierien seien größere Klassen in diesem Jahr akzeptiert worden. "Es ist eine Notlösung, mehr nicht!"
Stadtschulpflegschaft und Lehrergewerkschaft GEW vermissen allerdings bei den großen Fraktionen im Stadtrat den erforderlichen politischen Handlungswillen. "Es ist kein Planziel vierte Gesamtschule erkennbar", so die Bilanz von Sinkwitz. Ebenso wertete dies Michael Seiffert: "Der Wille ist nicht erkennbar." Dabei müsse die vierte Gesamt schule nicht unbedingt sechszügig sein. Voraussetzung ist nach seiner Darstellung jedoch unbedingt die Oberstufe. Sie müsse die Perspektive des Abiturs bieten.

(Unsere Meinung, 2. Lokalseile)

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