Solinger Morgenpost

28.03.00

Die Verwaltung hat keine Hausaufgaben gemacht..."

SPD will im heutigen Schulausschuss den Schulentwicklungsplan forcieren

"Die Verwaltung hat keine Hausaufgaben gemacht..."

Von STEPANIE MERGEHENN

"Katastrophal" - so bezeichnet der Stadt schulpflegschafts-Vorsitzende Wolfgang Sinkwitz die Situation, wenn es nicht bald einen aktuellen Schulentwicklungsplan gebe. Ein entsprechendes Gutachten will der Schul ausschuss in seiner heutigen Sitzung fordern. In dem seit langem geforderten Plan soll die mittelfristige Schülerzahlentwicklung dargestellt sowie das Schulwahlverhalten und der entsprechende Schulraumbestand prognostiziert werden. "Keinerlei Konzeption" verzeichnet bislang die SPD-Fraktionsvor sitzende Birgit Zingler bei Ratsmehrheit und Verwaltung - zumal die Verlagerung der Stelle von Fachdienstleiterin Zita Götte zur "Regionale 2006" ein zusätzliches Loch reiße.

Seit sieben Jahren auf Eis gelegt

"Das Schulverwaltungsamt blutet personell aus", glaubt auch Bürgermeisterin Ulla Feldhaus. Die schulpolitische Sprecherin der SPD kann nicht nachvollziehen, dass der

zuletzt vor sieben Jahren fortgeschriebene Schulentwicklungsplan immer noch nicht aktualisisert wurde. Ursprünglich für April, dann für diesen Monat geplant, hat "die Verwaltung ihre Hausaufgaben immer noch nicht gemacht". Deshalb will der heute tagende Schulausschuss 20 000 Mark für die externe Begleitung der zuständigen, bislang "eher ineffektiven Projektgruppen" etatisieren lassen.
"Der Unmut geht durch alle Fraktionen", betonte Feldhaus gestern gegenüber der Presse. Zwar lobte sie die jüngsten Schuler weiterungsprojekte und den "hervorragenden integrativen Unterricht" in der Hauptschule Höhscheid, aber: "Das reicht noch nicht." Vor allem vermisst die Bildungspolitikerin eine Vernetzung mit den berufsbildenden Schulen: "Es ist kaum bekannt, dass junge Leute auch dort ihr Abitur machen können."
Birgit Zingler hat auch den Standortfaktor im Blick: "Nach Solingen ziehen doch keine Familien, wenn sie nicht wissen, in welche weiterführende Schule ihr Kind kommt", ist die Vorsitzende des Planungsausschusses überzeugt. Deren Zukunft "kalkulierbarer" zu machen, ist ihr Ziel.

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