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Von GÜNTER TEWES
Auch Lisa-Maria Schubert aus der dritten Klasse gehörte zu den
etwa 600 Tellnehmern im Demonstrationszug vom Rathaus an der Cronenberger
Straße über die Kölner Straße zum Fronhof. "Warum
steht mir keine gute Ausbildung zu?", steht auf dem Plakat der Neunjährigen.
"Wie sollen meine Kinder etwas lernen, wenn der Unterricht ausfällt?
Das ist eine einfache Rechnung", ärgert sich ihre Mutter, Marina Schubert,
über den sich häufenden Wegfall der Stunden.
Die Stimmung ist gereizt
Andere in dem von Stadtschulpflegschaft, der Gewerkschaft Erziehung
und Wissenschaft sowie dem Lehrerverband VBE am Samstag organisierten Protest
stört das ebenso. Die Stimmung ist jedenfalls gereizt. Auch die Spruchbänder
zeigen das:
"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat den wenigsten Unterricht
im Land", "Was nützt Frau Behler Qualität, wenn es nicht mehr
weitergeht".
"So geht es nicht mehr weiter." Ingeborg Friege, Leiterin der Ohligser
Geschwister- Scholl-Gesamtschule, sieht die Schule selbst in der Zwickmühle.
"Es wird immer mehr gespart. Wir müssen aber mit weniger Mitteln immer
mehr Aufgaben bewältigen. Das ist schlicht weg unmöglich."
Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft, forderte
"mehr Prioritäten bei der Bildung". "Die Demonst ration soll Politik
und Verwaltung in unserer Stadt zeigen, daß Eltern sehr interessiert
an schulischen Belangen und einer qualifizier- |
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ten Ausbildung ihrer Kinder sind" betonte er am Rednerpult
auf dem Fronhof. Im Blick hatte er ausfallenden Schwimmunterricht, fehlende
Turnhallen und Klassenräume oder mögliche Stellenstreichungen
bei den Schulsekretariaten. Applaus erhielt er für seine Forderung
nach kleinen Klassen und zusätzlichen Lehrern.
Derweil hielten Sabine Lügering und Silke Hoffmann, Mütter
von sieben- und neun jährigen Grundschülern, ein Transparent in
die Höhe "Wir fordern Schluß mit dem vielen Unterrichtsausfall."
Deswegen sind sie gekommen, deshalb sind sie verärgert und machen
sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder. Nach dem Rektor sind drei weitere
Lehrer erkrankt.
"Was über den normalen Unterricht hinaus gegeben wird, kann nicht
mehr gegeben werden." Doch gerade das begeistere die Kinder für Schule,
beschreiben Elke Stoppe und Sabine Kespe von der Schulpflegschaft an der
Grundschule am Rosenkamp die Situation. So drastisch wertet auch Konrektorin
Heide Blödorn die Folgen bei erkrankten Kollegen. "Die produktiven,
kreativen Stunden gehen den Bach herunter."
Kein Physik mehr
Das ist kein Einzelfall, wie Sigrid Klein und Dr. Monika Mallmann der
MORGENPOST am Rande der Demonstration berichten. Im Gymnasium Vogelsang
haben jetzt sechs Klassen kein Physik mehr, weil der Zeitvertrag eines
Lehrers mitten im Schuljahr endete. "Es ist ein Skandal. Der Lehrer ist
arbeitslos und die Kinder haben keinen Unterricht." |
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