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Bei dem Reizwort "anpassen" kann es aus Sicht von Michael
Seiffert, Sprecher der Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, allerdings
bloß in eine einzige Richtung gehen. "Damit kann nur die Schulraumerweiterung
gemeint sein", betonte er gestern gegenüber der Morgenpost. Seine
Begründung: "Weil der Schulentwicklungsplan in der Sekundarstufe
I deutlich zeigt, dass in den nächsten zehn Jahren Klassenraum für
drei bis vier Züge fehlen wird."
"Schüler, Eltern und Lehrer haben ein Recht darauf"
Neuen, teuren Schulraum hat Kämmerer Ernst Schneider unter "anpassen" aber wohl kaum gemeint,
als er sein Sparpaket für den Haushaltsplan 2002 vorstellte. Im nächsten
Jahr weist der städtische Etat mehr Ausgaben als Einnahmen auf:
Ein tiefes Finanzloch von 65 Millionen Mark klafft.
"Wenn Herr Schneider hier ganz konkret Schulschließungen
plant, dann soll er das klar und deutlich sagen!" Misstrauisch reagierte
Ulla Feldhaus, schulpolitische Sprecherin der SPD, auf die geheimisvollen
Äußerungen des Stadtkämmerers. "Schüler,
Eltern und Lehrer", so ihre Forderung, "haben ein Recht darauf, frühzeitig
zu erfahren, ob schon eine Streichliste in der Schublade liegt und welche
Schulen darauf stehen." |
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Vom fertigen Schulschließungs-Konzept ist der Kämmerer
jedoch weit entfernt, wie er auf Anfrage berichtete. "Darnit ist keine
bestimmte Schule gemeint", sagte Ernst Schneider. "Man muss sich aber Gedanken
machen." Als Startschuss will er seinen Beitrag verstanden wissen. Es soll
hingeschaut werden, ob und wo sich ein "Bedarfsrückgang" abzeichnet.
Damit rückt automatisch der Anmeldetag der neuen Fünftklässler
in den Blickpunkt. Hier ist der Trend in der Vergangenheit stets eindeutig
gewesen: Gesamtschulen mussten Kinder abweisen, Gymnasien und Realschulen
platzten aus allen Nähten. All das ging in der Summe zu Lasten der
Schulform Hauptschule.
Solche Uberlegungen wie auch die beim Vorstoß des Kämmerers
sind bei der CDU allerdings kein Thema. "Aktuell sehen wir keinen Handlungsbedarf.
Das ist nicht Gegenstand unserer Haushaltsklausur beratungen", betonte Helga
Lehmann. Zurückgehende Schülerzahlen wirken sich naturgemäß
zuerst auf Grundschulen aus. Leerstehende Räume sieht die schulpolitische
Sprecherin der CDU wegen der Vielzahl der Betreuungsgruppen in den Klassen
1 bis 4 jedoch längst noch nicht.
Nachvollziehen kann Schulausschuss- Vorsitzender
Heinz-Eugen Bertenburg (FDP) des Kämmerers Überlegungen. Mehr
aber auch nicht. "Der Gedankengang ist nicht absurd!", betonte er. "Ich
bleibe hier ganz offen nach allen Seiten." Deshalb will er jetzt erst einmal
die Diskussion über den Schulentwicklungsplan abwarten. Ende des Jahres
soll der Stadtrat über das Zukunftskonzept entscheiden. |
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