Solinger Morgenpost

02.04.02

Stadtschulpflegschaft lässt sich bei SPD und Grünen nicht vor den Karren spannen

Stadtschulpflegschaft lässt sich bei SPD und Grünen nicht vor den Karren spannen

Mit der Gesamtschule wird Wahlkampf gemacht

(tws). Eine gehörige Portion Wahlkampf steckt nach den Worten von Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft hinter der Forderung von SPD und Grünen, im Raum Höhscheid eine vierte Gesamtschule zu errichten. "Wir haben bald Wahlen", reagierte Sirkwitz gegenüber der Morgenpost gelassen auf die Vorstöße der beiden Parteien.
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311 Kinder abgelehnt
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Zuerst hatten sich die Grünen für den Bau einer weiteren Gesamtschule stark gemacht, anschließend die SPD. Das Argument bei beiden Parteien: Der Elternwille müsse ernst genommen werden. 311 Kinder. so viele wie noch nie, sind zuletzt bei der Anmeldung an den drei Gesamtschulen aus Platzgründen abgewiesen worden. Am 6. Mai wollen die Sozialdemokraten auf ihrem Unterbezirksparteitag den Errichtungs-

Beschluss vierte Gesamtschule formulieren. Gleich nach den Osterferien wollen die Grünen diesen Antrag im Stadtrat stellen. Bis dahin will Fraktionssprecher Manfred Krause andere mit ins Boot holen, um mehr Druck auf die Mehrheitsparteien CDU und FDP auszuüben. Auch die Stadtschulpflegschaft will er als Mitstreiter gewinnen. Doch auf die Elternvertretung der Schulkinder kann er nicht bauen. "Wir werden einen Teufel tun und uns vor den Karren spannen lassen. "Wir vertreten grundsätzlich keine Parteipositionen. Wir vertreten vielmehr alle Schulformen. Das ist bei uns ein Satzungsbeschluss."
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Kleinere Klassen
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Die Debatte vierte Gesamtschule ist nach seiner Ansicht ohnehin zu oberflächlich. "Es wird über Äußeres geredet, nicht über die Inhalte der Schule." In Gesprächen mit

Vätern und Müttern hört Sinkwitz aber eines immer wieder: "Eltern ist wichtig, dass in Schulen vernünftig gearbeitet wird - in kleinen Klassen zum Beispiel." Als Vorsitzender wünscht er sich eine "blühende Schullandschaft." Dazu gehört eine Grundschule mit dem Schwerpunkt Begabtenförderung - und eine weitere Grundschule in Wald oder Ohligs mit dem Zweig der Montessori-Pädagogik. Bei den Grundschulen dürfte es nach Sinkwitz' Ansicht ohnehin keine Schulbezirksgrenzen mehr geben, sondern mehr Wettbewerb untereinander. "Wenn das Monopol auf die Kinder in der Nachbarschaft wegfällt, müssten sie mit ihrem Schulprofil überzeugen. Damit Eltern sagen: ´Ja, da schicke ich mein Kind hin!´" Für Sinkwitz zeigen die Beispiele die vielfältigen Möglichkeiten, um die Schullandschaft zu verbessern. "Dazu müssen Ideen her. Und die Politik muss sie formulieren."

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