VON ISABELLE DE BORTOLI
Jedes 25. Kind wird nach einer Untersuchung der Müchener Luwig-Maximilian-Universität mindestens einmal in der Woche von Mitschülern attackiert. Auch der Solinger Stadtschulpflegschaft und dem schulpsychologischen Dienst ist das Problem bekannt. Mobbing käme in nahezu jeder deutschen Schulklasse vor. "Das ist natürlich auch in Solingen ein Thema", sagt Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschul-pflegschaft.
Meist käme das Mobbing vor, wenn die Kinder auf die weiterführenden Schulen wechselten. "Da geht es zum Beispiel um Statussymbole wie Markenkleidung", erklärt Sinkwitz. Sprüche wie ´Wie läufst du denn rum´ seien an der Tagesordnung. "Da werden die Eltern unter Zugzwang gesetzt, denn das gemobbte Kind möchte ebenfalls diese Art der Kleidung, um akzeptiert zu werden", so Sinkwitz.
Eine andere Art des Mobbings würde durch die bestehenden Schönheitsideale verursacht. "Entspricht ein Kind nicht diesen Maßstäben, also ist ein Mädchen etwa nicht dünn, gerät es leicht unter Beschuss." "Oft vergeht eine lange Zeit, bis die Kinder sich ihren Eltern anvertrauen", sagt der Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft. "Für den Jungen oder das Mädchen bedeutet Mobbing schließlich eine persönliche Niederlage, mit der es erst einmal umgehen lernen muss." Eltern, die erfahren, dass ihr Kind andere
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INFO
Aus der Biologie
Das Wort Mobbing leitet sich vom deutschen Mob = Meute, Gesindel, Bande oder vom englischen to mob = anpöbeln, angreifen, über jemanden herfallen ab. Als Mobbing werden Schikanen oder Intrigen gegen Personen - meist am Arbeitsplatz - bezeichnet.
Mitschüler attackiert, rät Wolfgang Sinkwitz, eine offene Aussprache mit dem Sohn oder der Tochter und den Eltern des gemobbten Kindes zu suchen. "Leider machen das die wenigsten, weil sie denken, das legt sich nach einer Zeit schon wieder."
Eine weitere Problematik sieht der Fachmann darin, dass Kinder von Lehrern gemobbt werden. "Das geschieht meistens durch das Bloßstellen des Kindes vor der Klasse durch negative Äußerungen des Lehrers." Die Kinder kämen dadurch in die Position, sich am Unterricht nicht mehr zu beteiligen, aus Angst, etwas Falsches zu sagen.
Der schulpsychologische Dienst beschäftigt sich in seiner Arbeit an den Schulen ebenfalls mit dem Thema Mobbinng. "Es ist natürlich ein Problem, wenn eine Gruppe über eine lange Zeit auf ein Opfer abzielt", sagt Diplom-Psychologe Klaus Frings. "Hier müssen die Schulen dann auch wirklich die Konflikte unter Schülern erkennen und intervenieren."
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KOMMENTARMobbern keine Chance bieten
Mobbing ist in allen Gesellschaftsgruppen zu beobachten. In der Arbeitswelt beispielsweise, um sich berufliche Vorteile zu verschaffen und andere ins negative Licht zu stellen. Da muss früh genug gegengesteuert werden. Hier sind die Pädagogen in der Schule gefordert. Doch wenn selbst Lehrer teilweise dem Hang zum Diskreditieren verfallen, muss man sich nicht wundern, dass diese missliche Verhaltensweise von jungen Menschen über die Schule hinaus fortgesetzt wird.
UWE VETTER
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