Solinger Morgenpost

21.09.98

Schule in Solingen - ein Sparschwein


Stadtschulpflegschaft auf dem Alten Markt

Schule in Solingen
- ein Sparschwein

Von NADINE VILLMANN

"Die Schulen sind doch heute richtig primitiv eingerichtet, ist doch klar, daß da die Stimmung auf dem Nullpunkt ist." Kerstin Sommer, Vorstandsmitglied der Stadtschulpflegschaft, macht ihrem Ärger Luft. "Beengt in einem kleinen Klassenraum sitzen, alte fiese Bücher vor sich, da vergeht den Kindern doch der Spaß am Lernen", setzt sie hinzu.


Stimmung auf dem Nullpunkt


Damit auch die Öffentlichkeit sich einmal damit auseinandersetzt, postierte sich die Stadt schulpflegschaft am Samstag auf dem Alten Markt und diskutierte mit allen Interessierten über die Probleme, die die Schulen in Solingen haben. Der stellvertretende Vorsitzende, Wolfgang Sinkwitz, zählte die Defizite auf, die das "Sparschwein Schule" hat. Es kann nicht angehen. daß sich eine Grundschullehrerin zwischen zwei Klassen aufteilen muß. daß die

Schülerzahlen wachsen, aber keine Schul erweiterungsbauten finanziert werden", so Sinkwitz. Die 175 000 Mark der Bezirks regierung, die für die Schulen bestimmt gewesen waren, seien von der Stadtkämmerei einbehalten worden, obwohl das Geld dringend benötigt wird. An Grundschulen werde durch Referendare bedarfsdeckender Unterricht ausgeführt, anstatt Lehrer einzustellen.


Frustrierte Eltern


Der Eindruck, der am Samstag bei der Stadtschulpflegschaft immer klarere Konturen annahm, war alarmierend: Die meisten Eltern seien frustriert, hätten das Gefühl, sowieso nichts ändern zu können. Dieser Einstellung wolle man jedoch entgegenwirken. "Die Eltern haben oftmals Angst, daß sich der Einsatz in der Schulpolitik auf das Kind auswirken könnte, deswegen lassen sie es leider meistens bleiben", so Kerstin Sommer. Die Stadt schulpflegschaft ist dagegen parteienun abhängig und das Organ für alle Schulen und setzt sich vorbehaltlos ein.

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