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(bro.) Gegen die Bildungsmißstände an den Schulen speziell
in Solingen, aber auch die nicht immer nachvollziehbare Politik des NRW-Schul ministeriums demonstrierten am Samstag etwa 600 Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler. Uber die große Resonanz waren die Veranstalter, die
Stadtschulpflegschaft Solingen sowie die beiden Lehrerverbände GEW und VBE, sehr angetan.
Was die Eltern hinsichtlich der schulischen Belange und der qualifizierten Ausbildung ihrer Kinder bewegt, wurde schon auf dem Demon strationszug vom Rathaus-Parkplatz zum Fronhof deutlich: Die Plakate charaktensierten mit treffenden Sprüchen die wenig intakte Welt der Solinger Schullandschaft. Wolfgang Sinkwitz hielt als Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft einen umfangreichen Forderungskatalog bereit: "Wir Eltern erheben unsere Stimme für eine generelle Verbesserung der Bildung an unseren Schulen."
Das seit dem letzten Herbst geschlossene Klingenbad ruft bei den Eitern
nur Pesssimismus hervor. Sie meinen, daß auch im Jahr 2000 noch keine
Öffnung der Schwimmhalle erfolge, wenn das Thema von Oberbürgermeister
Uibel nicht umgehend zur Chefsache erklart werde. Den ausfallenden Schwimmunterricht
für nahezu 130 Schulklassen könne man nicht weiter hinnehmen.
Auch der reduzierte Sportunterricht an vielen Schulen bereite Sorgen: Die
Stadtschulpflegschaft fordert Politik und Verwaltung auf, umgehend die
Rahmenbedingungen zu schaffen, daß der Sport an den Schulen wieder
regelmäßig stattfindet, und nicht erst im Jahr 2001, für das
zumindest die Halle der Walder Gesamtschule in Aussicht gestellt ist. |
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Den Rücktritt der Schulministerin gefordert
Die durch den Schülerberg hervorgerufene Katastrophe habe bisher
nur durch einen Kraftakt der weiterführenden Schulen abgewendet werden
können. Auch hier wurden klare Konzepte gefordert, zusätzliche Klassenraume, generell kleinere Klassen und die Einstellung zusätzlicher Lehrer. Wolfgang Sinkwitz widersprach damit der Schulministerin Gabriele Behler, die einen Tag zuvor in Solingen gesagt hatte, daß die durchschnittliche Klassenstärke an den Grundschulen 23 und an den Gymnasien 27 Kinder betrage: "Wir müssen feststellen, daß im kommenden Schuljahr alle Eingangsklassen an den Gymnasien bis zum letzten Sitzplatz mit 31 Kindern ausgereizt
sind."
Er ging weiter auf den gemeinsamen integrativen Unterricht ein, den es zu verbessern gelte, kritisierte die Stellenstreichungen im Bereich der Schulsekretariate sowie die vom Land geplanten schlechteren Lernbedingungen. "Wir Eltern hegen die berechtigte Befürchtung, daß die zuständigen Stellen nur darauf warten, neue Sparmaßnahmen aus der Schublade zu ziehen."
Norbert Müller, Vorsitzender der GEW Oberhausen und Mitglied im
Landesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, ging vor allem
auf die nach seiner Meinung verfehlten Planungen des Schulministeriums
ein und forderte sogar den Rücktritt der Ministerin. "Die Lehrerversorgung
wurde permanent verschlechtert, und Nord rhein-Westfalen liegt in Deutschland
abge schlagen auf dem letzten Platz. Bayerische Grundschüler erhalten
400 Stunden mehr Unterricht als unsere Kinder." |
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