Solinger Tageblatt

12.12.01

PISA-Studie: Viel reden, aber wenig handeln

Pisa-Studie: Viel reden,
aber wenig handeln

Solinger Eltern fordern Konsequenzen nach den schlechten Ergebnissen: Sie setzen auf mehr Geld und Ganztagsschulen.

(tsch) Bildung muss Chefsache werden. "Der Stadtspitze muss klar werden, wie wichtig Bildung ist und welchen Stellenwert sie gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo umfangreiche Geldkürzungen anstehen, für die Zukunft unserer Stadt hat" Woliganc Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft appelliert an die kommunale Politik.
Nicht nur die Solinger Eltern-Vertretung sorgt sich in Zeiten eines gedeckelten Haushalts, dass die vom Land zugewiesenen Gelder auch tatsächlich bei den Schulen ankommen. Auch in Politik und Pädagogik wurde die Sorge geäußert.
Die Wünsche der Eltern sind klar: mehr Ganztagsschulen, mehr Geld, eine Qualitätsoffensive mit klaren Zielvorgaben. Dazu müsse allerdings ein Umdenken auf mehreren Ebenen in Gang gebracht werden. Nicht nur die momentan viel gescholtenen

Lehrer, sondern auch die Eltern müssen ihren Teil zu einer besseren Lehre beitragen. Statt der reinen Wissensvermittlung steht immer häufiger "Sozialkompetenz" auf dem Stundenplan.
Die Hoffnung der Eltern liegt jetzt auf dem Modell "Selbstständige Schule". Hier wird der Schuletat allein von der jeweiligen Schule und nicht mehr über Stadt und Land verwaltet. Das bedeutet zwar einen Mehraufwand für die schulinterne Verwaltung, bringt aber den Vorteil, dass vor Ort in den Schulen entschieden werden kann, wo das Geld am dringendsten gebraucht wird.
Bereits Ende der 90er Jahre attestierte die Timms-Studie den deutschen Schülern einen schlechten Platz im internationalen Vergleich. "Seitdem wird wieder über Leistungen an Schulen geredet, aber zu wenig gehandelt", so Sinkwitz. Seine Befürchtung ist nur: So wird es wieder werden.

Übersicht Presse