Solinger Tageblatt

18.02.99

Viel zu wissen macht reich


Viel zu wissen macht reich

Beim "Aschermittwochsmahl" ging es gestern abend in Merscheid um Bildung als "Kapital der Zukunft".

(kra) Im Zeitalter der Informationsgesellschaft dreht sich der Globus immer schneller. "Alle vier Jahre verdoppelt sich inzwischen unser Wissen", rechnete Jochen Sommer, Vorsit zender der Interessenvertretung Solinger Wirtschaft (ISW), gestern abend seinen Zuhörern vor. Angesichts dieser rasenden Entwicklung sei die Bildung, so Sommer weiter, das Kapital, welches in der Zukunft die höchste Verzinsung bringe. "Wir müssen nicht nur ständig dazu-, sondern auch ständig neu lernen."

Keine fehlerfreien Briefe mehr?

Der Grundstein für den lebenslangen Lernprozeß wird in der Schule gelegt. Wie aber soll man dann mit der Klage umgehen, daß es mit dem Bildungsniveau an unseren Schulen nicht zum besten steht? "Müssen wir uns als Eltern inzwischen sorgen, daß unsere Kinder keinen fehlerfreien Brief mehr schreiben können?" So fragte der Vorsitzende der Schulpflegschaft "Der Runde Tisch" Wolfgang Sinkwitz, besorgt in die Runde. Und: "Wenn heute schon Abiturienten Grundfertigkeiten wie Schreiben und Rechnen

nicht mehr beherrschen, wie ist es dann erst um die Hauptschüler bestellt?"
Ernste Töne, die nach den Tagen des Frohsinns nachdenklich stimmen. Zum Ende des Karnevals ließen es die Interessen gemeinschaft und die Schulpflegschaft nicht mit einem einfachen Aschermitt wochsmahl bewenden. In einer Gemeinschaftsaktion brachten sie im Merscheider Club Behinderter und ihrer Freunde neben deftigem Grünkohl auch ein deftiges Thema auf den Tisch. Überschrift: Bildung - Kapital der Zukunft!

Hochschule und
Wirtschaft gefordert

Dabei ging es keineswegs nur um den Schulbetrieb. Auch das Zusammenspiel von Wirtschaft und Bildung stand immer wieder im Mittelpunkt. Oberbürgermeister Ulrich Uibel sieht in diesem Bereich dringenden Hand lungsbedarf: "Die Verbindung zwischen der praktischen Wirtschaft und den Hochschulen ist noch nicht eng genug.
Ein "befriedigend" gab es jedoch von Dr. Meyer-Hesemann (Schulministerium): Die Schulen könnten "sich sehen lassen."

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