Solinger Tageblatt

20.03.00

Keine Mehrheit für vierte Gesamtschule


Rund 30 Kinder in einer Klasse - und dann noch nicht einmal in der von ihnen und ihren Eltern gewünschten, sondern in einer Schule zweiter Wahl: Wie sollen Solinger Jugendliche Anschluss halten, wenn Schulen aus allen Nähten platzen und auch die Ausstattung zu wünschen übrig lässt? Das ST hörte sich bei unzufriedenen Eltern und bei den "Verantwortlichen" um und fand: Von heute auf morgen geht wenig.

Keine Mehrheit für
vierte Gesamtschule

von Simone Theyßen-Speich

Die Unterschriftenlisten an die Schulen sind bereits verschickt. Noch vor den Osterferien sollen sie an Oberbürgermeister Franz Haug übergeben werden. Mit dieser Protestaktion will die Stadtschulpflegschaft nochmals für die Einrichtung einer vierten Gesamtschule in der Klingenstadt kämpfen. "Klassenfrequenzen von 31 Schülern in den fünften Klassen, die zur Zeit die Regel sind, bedeuten 10 Prozent Überbelegung, was gegen die Klassenrichtwerte verstößt und wodurch sinnvolles pädagogisches Arbeiten kaum noch möglich ist", argumentiert Wolfgang Sinkwitz, Vorsit zender der Stadtschulpflegschaft Solingen, für die Unterschriftenaktion. Schulver waltung und Politik - mit Ausnahme der Grünen, die ebenfalls für eine vierte Gesamtschule plädieren - sind bei diesem Thema doch eher zurückhaltend.

178 Kinder mussten abgewiesen werden

Auch wenn bei den Schulanmeldungen im vergangenen Monat 178 Kinder von den

drei Solinger Gesamtschulen abgewiesen werden mussten, steht die Einrichtung einer neuen Schule nicht zuletzt angesichts der angespannten Haushaltslage in weiter Ferne. Der Stadtdienst Schule hat dabei auch die Entwicklung der Schülerzahl im Blick. Im Sommer 2001 gibt es zwar nochmals einen Spitzenwert von 1995 Jungen und Mädchen, die von den vierten Klassen der Grundschulen in die weiterführenden Schulen wechseln - 169 mehr als diesen Sommer. Danach sinken die Schülerzahlen aber kontinuierlich bis auf 1522 Schüler im Jahr 2008.

Stadt arbeitet an Schulentwicklungsplan

Aber um möglichst verlässlich planen zu können, arbeitet die Schulverwaltung zur Zeit an einem neuen Schulentwicklungsplan. Wie man mit Hilfe dieses Planes das Schulraumproblem in den nächsten Jahren lösen will, darüber sprach das Solinger Tageblatt mit Udo Depping von der Schulverwaltung und dem Vorsit zenden des Schulausschusses, dem Politiker Heinz-Eugen Bertenburg (FDP).

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