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(sch) Gerade in einer Zeit, in der die Kinder mehr denn
je eine pädagogische Schule bräuchten, prägen Spar-Programme
den Unterrichts-Alltag. Dies zeigte eindrucksvoll der gestrige
Informationsabend der Solinger Stadtschulpflegschaft im Schulzentrum
Vogelsang, zu dem rund 200 Eltern kamen. "Wir reden seit 1991 nicht mehr
mit den Schul- und Bildungspolitikern", sondern mit den Finanzpolitikern",
stellte Peter Wirtz fest, Leiter der Walder Gesamtschule und Vertreter
der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
"Einer der Bausteine der Verschlechterung"
Die jüngste Spar-Aktion von NRW-Schulministerin Gabriele
Behler (SPD) sorgt derzeit für besonders großen Unmut. Referendare
müssen selbständig und ohne Anleitung Unterricht erteilen unter Anrech nung auf den Stellenplan der Schule.
"Bedarfsdeckenden Unterricht nennt die Ministerin
das Programm - und verkauft es öffentlich als praxisnähere Ausbildung. Der Erfindungsreichtum bei den Begriffen ist äußerst geschickt",
brachte Peter Wirtz es auf den Punkt. "Es ist aber einer von vielen Bausteinen
der Verschlechterung." Besonders |
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perfide: "Man greift Kritikpunkte auf, nutzt diese aber
zur Einsparung." Denn daß die Ausbildung praxisfern ist, kritisieren
die Lehrerverbände schon lange.
"Große Irritationen" habe es gegeben, weil wieder einmal wichtige
Ausführungs bestimmungen fehlten. Das Konzept, so Wirtz, sei erkennbar
"nicht durchdacht". Neben einer Verschlechterung des Unterrichts gebe es
vor allem Gefahren für die Einstellung ausgebildeter Lehrer: Die Gewerkschaften
rechnen mit der Einsparung von mehr als 3000 Stellen.
In manchen Schulen könne es zudem wegen der Fächerkombinationen
zu großen Problemen kommen. "Im Extremfall führt das dazu, daß
sogar Klassenlehrer wechseln müssen."
Wie sehr gerade heutige Kinder auf die Schule angewiesen sind, hatte
zuvor Grundschul- Rektorin Hermine Helten vom Verband Bildung und Erziehung
(VBE) an Beispielen belegt: "Immer mehr Kinder haben Rückstände
in der Sprachentwicklung." Und: "Die Anzahl der auffälligen Kinder
ist deutlich gestiegen".
Daher bräuchten die Lehrer eigentlich mehr Zeit für die Kinder
als früher: Vor 40 Jahren habe der Unterricht noch mit 52 Kindern
funktioniert. "Die Kinder haben damals ihre Lernziele erreicht. Bei unseren
30 weiß ich das nicht so sicher." |
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