Solinger Tageblatt

23.11.2004

"Ausfälle nicht zu vermeiden"

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"Ausfälle nicht
zu vermeiden"

Wenn mehrere Lehrer krank werden, wird es an vielen Solinger Schulen eng: Auch weil oft nicht alle Planstellen besetzt sind, klappt Vertretungsunterricht nicht immer.

(asc) Spätestens wenn die Grippe­welle anrollt, wird es eng an den Solinger Schulen. Dann tun sich in den sorgfältig ausgeklügelten Stundenplänen Löcher auf, die gestopft werden wollen. Doch das gelingt häufig nicht. Die Folge: Unterrichtsausfall. Zehn Prozent des planmäßigen Unterrichts werde nicht gegeben, glaubt die Vertretung der Eltern, die Stadt­schulpflegschaft. Doch verlässli­che Zahlen gibt es nicht. Denn wie viele Schulstunden wo ausfal­len, wird statistisch nicht erfasst.
Um an Zahlen zu kommen, be­fragte die Stadtschulpflegschaft im vergangenen Jahr 1600 Eltern und errechnete daraus die zehn Prozent Unterrichtsausfall an Solinger Schu­len: "2600 Stun­den pro Woche fallen aus", ist Vorsitzender Wolfgang Sink­witz überzeugt. Er fordert mehr Lehrerstellen.
Klaus Blasberg, Sprecher der Solinger Gymnasien, spricht von einem "künstlichen Unterrichts-ausfall", den die Bezirksregierung als Schulträger provoziere. "98 Prozent Lehrerversorgung sind eben nicht 100 Prozent." Denn über Bedarf mit Lehrern ausge­stattet sind nach einer Statistik der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf nur die Solinger Grundschulen (ST berichtete). Die meisten weiterführenden Schulen wie Gymnasien, Haupt-, Real- und Gesamtschulen müs­sen dagegen mit weniger Kräften auskommen. Ein Grund: In Man­gelfächern wie Englisch oder Mu­sik ist es schwer, Lehrer zu be­kommen. Blasberg: "Das müssen wir ausgleichen, indem wir etwa größere Kursgruppen bilden."

Die dünne Personaldecke hat Folgen: "Wenn man im Unter-hang ist, kommt man bei Ausfäl­len noch mehr ins Schleudern", sagt Ekkehard Steckmann, Spre­cher der Realschulen. "Dann muss Unterricht oft ausfallen", er­klärt Gottfried demen, Sprecher der Hauptschulen und Rektor am central. Die Schulleiter versu­chen, den Mangel so gut es geht zu verwalten. Da werden bei Krankmeldungen frühmorgens Stundenpläne abgeglichen, um die Löcher zu stopfen. Lehrer mit Freistunden müssen einspringen, Padagogen aus Förderunterricht mit Doppelbeset­ zung abgezogen, Schuler auf Parallel-kurse verteilt. An der Albert-Schweitzer-Schule konnen Lehrer für den Vertretungsun~ terricht auf Ubungs­blatter zurückgrei­fen, am Gymnasium Schwertstraße faxt oder mailt der er­krankte Pädagoge wenn moglich die Aufgaben für seine Klasse. Findet sich keine Vertretung, fallen Stunden an den meisten S(~hulen auch schon mal ganz aus. Für die jüngeren Schü­ler besteht dann meist eine Not-Betreuung, sei es in der Bibli~ thek oder dem Schüler-cafe. Die 24 Solinger Grundschulen haben zwar einen Pool von sechs Vertretungskräften, doch: ,,Kurz­fristig ist es sehr schwierig, da je­mand zu bekommen", sagt Grundschul-Sprecher Michael Seiffert. Fällt ein Klassenlehrer aus, müssen die anderen die be­troffenen Schüler mitbetreuen. So verschieden die Probleme sind, eine Einsicht gilt wohl für alle Schulen: ,,Den Personalüber­hang von früher gibt's nicht mehr. Die Zeiten sind vorbei", sagt Ek-kehard Steckmann.

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