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(asc) Spätestens wenn die Grippewelle anrollt, wird es eng an den Solinger Schulen. Dann tun sich in den sorgfältig ausgeklügelten Stundenplänen Löcher auf, die gestopft werden wollen. Doch das gelingt häufig nicht. Die Folge:
Unterrichtsausfall. Zehn Prozent des planmäßigen Unterrichts werde nicht gegeben, glaubt die Vertretung der Eltern, die Stadtschulpflegschaft. Doch verlässliche Zahlen gibt es nicht. Denn wie viele Schulstunden wo ausfallen, wird statistisch nicht erfasst.
Um an Zahlen zu kommen, befragte die Stadtschulpflegschaft im vergangenen
Jahr 1600 Eltern und errechnete daraus die zehn
Prozent Unterrichtsausfall an
Solinger Schulen: "2600 Stunden pro Woche fallen aus", ist Vorsitzender
Wolfgang Sinkwitz überzeugt. Er fordert mehr Lehrerstellen.
Klaus Blasberg, Sprecher der Solinger Gymnasien, spricht von einem "künstlichen Unterrichts-ausfall", den die Bezirksregierung als Schulträger provoziere. "98 Prozent Lehrerversorgung sind eben nicht 100 Prozent." Denn über Bedarf mit Lehrern ausgestattet sind nach einer Statistik der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf nur die Solinger Grundschulen (ST berichtete). Die meisten weiterführenden Schulen wie Gymnasien, Haupt-, Real- und Gesamtschulen müssen dagegen mit weniger Kräften auskommen. Ein Grund: In Mangelfächern wie Englisch oder Musik ist es schwer, Lehrer zu bekommen. Blasberg: "Das müssen wir ausgleichen, indem wir etwa größere Kursgruppen bilden."
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Die dünne Personaldecke hat Folgen: "Wenn man im Unter-hang ist, kommt man bei Ausfällen noch mehr ins Schleudern", sagt Ekkehard Steckmann, Sprecher der Realschulen. "Dann muss Unterricht oft ausfallen", erklärt Gottfried demen, Sprecher der Hauptschulen und Rektor am central. Die Schulleiter versuchen, den Mangel so gut es geht zu verwalten. Da werden bei Krankmeldungen frühmorgens Stundenpläne abgeglichen, um die Löcher zu stopfen. Lehrer mit Freistunden müssen einspringen, Padagogen aus Förderunterricht
mit Doppelbeset
zung abgezogen,
Schuler auf Parallel-kurse verteilt.
An der Albert-Schweitzer-Schule
konnen Lehrer für den Vertretungsun~ terricht auf Ubungsblatter zurückgreifen, am Gymnasium Schwertstraße faxt oder mailt der erkrankte Pädagoge
wenn moglich die Aufgaben für seine Klasse. Findet sich keine Vertretung, fallen Stunden an den meisten S(~hulen auch schon mal ganz aus. Für die jüngeren Schüler besteht dann meist eine Not-Betreuung, sei es in der Bibli~ thek oder dem Schüler-cafe.
Die 24 Solinger Grundschulen haben zwar einen Pool von sechs Vertretungskräften, doch: ,,Kurzfristig ist es sehr schwierig, da jemand zu bekommen", sagt Grundschul-Sprecher Michael Seiffert. Fällt ein Klassenlehrer aus, müssen die anderen die betroffenen Schüler mitbetreuen.
So verschieden die Probleme sind, eine Einsicht gilt wohl für alle Schulen: ,,Den Personalüberhang von früher gibt's nicht mehr. Die Zeiten sind vorbei", sagt Ek-kehard Steckmann.
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