Solinger Tageblatt

26.11.2001

Schule: unrealistischer Dienstleistungsbetrieb?

Schule: unrealistischer
Dienstleistungsbetrieb?

SPD-Podiumsveranstaltung zum Thema Bildung

(kho) "Die Diskussion über eine modernere Gestaltung von Schule und Erziehung muss in den Vordergrund gebracht werden." Deutliche Worte, die Bürgermeisterin Ursula Feldhaus zu Beginn der Podiumsveranstaltung "Was erwarten Schule und Gesellschaft voneinander?" aussprach. Eingeladen hatte die SPD, die die Veranstaltung im Rahmen des Forums "Schule und Bildung" als den Auftakt zu einem breit angelegten parteioffenen Austausch zu schul- und bildungspolitischen Themen angelegt hatte.

Die einleitenden Kurzreferate von Klaus Blasberg, Schulleiter des Gymnasiums Schwertstraße und dem Geschäftsführer der Firma Walbusch, Wolfgang Herse, machten deutlich wie unterschiedlich das Bild

von Schule von Vertretern der Pädagogik und der Wirtschaft gezeichnet wird. Blasberg: "Schule schneidet in der gcsellschaftlichen Meinung schlecht ab. Alle glauben zu wissen, was im Schulwesen verbessert werden soll, erkennen aber nicht, dass eine viel zu hohe Erwartungshaltung herrscht."

Herse hingegen vertrat die Meinung, Schule sei ein Dienstleistungsbetrieb, der kein realistisches Bild der Gesellschaft vermittele: "Die Schüler werden in Watte gepackt. Leistungsbereitschaft und Persönlichkeitsbildung müssen stärker thematisiert werden." Lea Brintrup vom Jugendstadtrat sprach aus, was viele Schüler, Eltern und Lehrer denken: "Schule ist kalt geworden."

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