Solinger Tageblatt

01.03.00

Eltern fordern "endlich die vierte Gesamtschule"

Eltern fordern "endlich die vierte Gesamtschule"

Nach wie vor fehle dringend benötigter Raum in weiterführenden Schulen: größter Bedarf in Höhscheid - Protest-Aktion.

Von Hans-Peter Meurer

"Der Elternwille muss endlich respektiert werden. Es ist allerhöchste Zeit für eine vierte Gesamtschule."
Einig sind sich Wolfgang Sinkwitz, Vorsit zender der Stadtschulpflegschaft und Michael Seiffert Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Sinkwitz: "Wir werden nicht mehr nur das Gespräch mit der Politik suchen. Denn wir wurden bislang stets nur vertröstet. Jetzt ergreifen wir andere Maßnahmen." Noch in dieser Woche werde eine Unterschriften- Aktion gestartet, an der sich Schüler, Eltern und Lehrer beteiligen sollen.
Seiffert begründet: Wir werden zwar zähneknirschend die für das kommende Schuljahr gefundene Notlösung akzeptieren, aber nicht mehr für 2002. Wir fordem vor der Politik umgehend einen Planungs und Errichtungsbeschluss der vierten Gesamtschule im Raum Südstadt/Höhscheid. Hier ist der Bedarf am größten. Die letzten Anmeldezahlen belegen dies.

"Hinhaltetaktik muss ein Ende haben"

Dass das Vertretungsorgan aller Solinger Eltern und die GEW nicht länger die"Hinhaltetaktik" von Politik und Verwaltung hinnehmen wollen, bekräftigt Sinkwitz: "Schon vor den Sommer ferien 1999 haben wir angemahnt, dass der Schulraum trotz Ausbau des Gymnasiums Schwertstraße, des Humboldtgymnasiums und der Theodor-Heuss-Schule nicht ausreichen wird, um in diesem Jahr alle Viertklässler dem Gesetz entsprechend aufzunehmen." Folge sei nun, dass die künftigen Fünftklässler in Klassen von 31 Schülern, zehn Prozent mehr als erlaubt, unterrichtet werden.
2002 werde es noch dramatischer. "Dann sind 1922 Schüler, nochmals 150 mehr als in diesem Jahr, unterzubringen", so Sinkwitz. Bis 2012 sei mit dem Schüler-Boom zu rechnen.
"Alle Schulformen sind randvoll und nicht mehr durchlässig", sagt Seiffert. Folge: in den Gesamtschulen, den weiterführenden sowie in den Hauptschulen könne im Unterricht nicht mehr gebührend auf den einzelnen Schüler eingegangen werden.
Trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt müssten jetzt Prioritäten gesetzt werden. Als Übergangslösung bis zum Bau eines neuen Schulgebäudes könne eine vierte Gesamtschule zunächst als Zwischenlösung in den acht Klassenräumen Kirschbaumshöhe (Schützen straße) untergebracht werden.

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