Solinger Tageblatt

08.09.99

Lösungen sind schwierig

Lösungen sind schwierig

Gestern Abend: GEW-Veranstaltung zum Thema "Schulpolitik" stieß auf große Resonanz.

(ger) Wohin mit den Schülern nach Klasse vier? Wo findet der Sportunterricht statt?
Diesen und ähnlichen Fragen stellten sich gestern Abend die drei OB-Kandidaten Ulrich Uibel (SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne) und Franz Haug (CDU). Ebenfalls mit von der Partie: FDP-Spitzenkandidat Bernd Kurzrock.
Besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissen schaft) im fast voll besetzten Walder Stadtsaal war die Raumnot an den weiterführenden Schulen. Die Dringlichkeit der Frage war allen Vertretern bewusst. Lösungen jedoch sind schwer zu finden.
Sylvia Löhnmann hält an der Idee der Errichtung einer vierten Gesamtschule im Bereich Höhscheid fest, räumte jedoch ein, dass diese sich "unter den gegebenen finanziellen Umständen derzeit nicht realisieren lässt." Oberbürgermeister Ulrich Uibel verteidigte die aktuellen Erweiterungs maßnahmen an Solinger Schulen. Durch die An- und Umbauten an zwei Gymnasien, zwei Grundschulen und einer Realschule könne der in den nächsten Jahren entstehende Bedarf

"mittelfristig aufgefangen werden." Langfristig, so Uibel, sehe er jedoch zum Neubau einer weiteren Gesamtschule "keine Alternative."
Für Franz Haug steht die Erstellung eines neuen Schulentwicklungsplanes im Vorder grund: "Wenn wir auf der Basis der Prognosen von 1994 arbeiten, wird auch in Zukunft alles ´Flickwerk´." Den Gesamtschul-Neubau, so Haug, könne auch er nicht versprechen. Man kann ihn aber in der Finanzplanung "soweit als möglich berücksichtigen."
FDP-Kandidat Bernd Kurzrock forderte dazu auf, "das in den Blick zu nehmen, was möglich ist." Er betonte die Bedeutung einer Verbesserung des internen Schullebens an den bestehenden Schulen.
Auch das Problem der fehlenden Sporthallen, auf Nachfrage zweier Mitglieder des Jugendstadtrates konkretisiert, wird sich nur langfristig lösen lassen. Eine Chance für die Realisierung der Bauvorhaben an der Gesamtschule Wupperstrasse und dem Mildred-Scheel-Berufskolleg sehen die Kandidaten "kaum in der nächsten Legis laturperiode."

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