|
(grz) "Es kann fatal werden, wenn etwa Kinder auf den
bilingualen Zweig der Schwertstraße geschickt werden, denen im Gutachten
die Realschule empfohlen wurden." Angesichts der so entstehenden Problemfälle
ist für Wolfgang Sinkwitz, den Vorsitzenden der Stadtschulpflegschaft klar: "Die Eltern sollten sich an den Aussagen der Grundschul- Klassenlehrer ausrichten."
Zwar seien Prognosen bis ins siebte, achte oder neunte Schuljahr nicht
mit absoluter Sicherheit möglich, doch die "Lehrer kennen die Kinder am besten". Und wenn deren Bild vom eigenen abweicht? "Einfach schauen, wie sich das Kind in anderen sozialen Kontexten verhält: Trainer im Verein können einiges verraten."
"Wünschenswert wäre ferner, dass sich alle Eltern ein Bild über alle weiterführenden Schulen machen, bevor sie sich entscheiden", soweit Sinkwitz' Idealvorstellung. Zwar seien
|
|
sich "die Eltern sehr wohl bewusst, welche Tragweite die Entscheidung hat", aber
danach handelten sie nicht immer.
Oft sorgten eben ganz banale Realitäten dafür, auf welche Schule das Kind komme. "Ich kenne den Fall einer alleinerziehenden Mutter, die sich - weil sie ansonsten keinen hat, der sich um das Kind kümmern könnte - für die Gesamtschule gewissermaßen entscheiden musste."
Irrationale Gründe spielten bei den Entscheidungen sonst ebenfalls oft eine Rolle: etwa "Wo habe ich die Schule besucht, da schicke ich mein Kind auch hin; hat die Schule einen guten Ruf" - ob verdient oder nicht, sei völlig egal, hat Sinkwitz festgestellt. Nur aufs Kind zu hören, sei aber auch nicht zu raten: "Dann ist die Schule die beste, auf die die Klassenkameraden gehen."
|
|
|