|
von Friedhelm Funk
Stadt und Land investieren zur Zeit Millionen in Solingens Schulbauten.
Die Gymnasien Schwertstraße und Humboldt werden ausgebaut, ebenso
die Theodor-Heuss Realschule an der Felder Straße. Dem Vorstand der
Stadtschulpflegschaft und der Lehrer gewerkschaft (GEW) reicht das aber
nicht aus. "Wenn es in Solingen keine vierte Gesamt schule gibt, wird
der erklärte Eltemwille bewusst missachtet."
Michael Seiffert, selbst Leiter der Grundschule Kreuzweg und Vorsitzender
der GEW, fügt hinzu: "In diesem Schuljahr ist der Übergang
zu den weiterführenden Schulen von Haupt-, Realschule und Gymnasien
in Solingen gerade noch einmal gut gegangen." Dafür säßen
nun fast durchgängig 31 Kinder in den Klassen. Das sei klar gegen
die Gesetze und belaste Schüler wie Lehrer gleichermaßen. Wolfgang Sinkwitz als Vorsitzender aller Solinger Elternpflegschaften hat den Eindruck: "Die Stadt lehnt eine weitere Gesamtschule ab. Offenbar interessiert man sich gar nicht für das Problem."
In den nächsten Jahren, das ist aus den Statistiken heraus zu
lesen, werden die Schülerzahlen weiter ansteigen. Sinkwitz: Eine neue
Gesamtschule würde übergreifend die Schullandschaft deutlich
entzerren. Beide |
|
Gruppen, Eltern wie Lehrer sind sich einig: "Wenn ein Neubau kommt, dann muss er in den Bereich Südstadt, Höhscheid." Die Verwaltung hat die alte Schule Kirschbaums höhe
(Schützenstraße), so vermuten unterrichtete Kreise, wohl als
"Notnagel" für die kommenden Jahrgänge im Ärmel versteckt.
"Wenn nichts geschieht, wird es im nächsten Jahr in Solingen brennen", prophezeit Schulpfleger Wolfgang Sinkwitz. Eine breite Unterschriftenaktion soll in den nächsten Tagen den Willen von Eltern und Lehrern in dieser Angelegenheit bekräftigen.
Rund 52 Millionen kostet eine neue Schule. Michael Seiffert fordert
von Stadt und Land den Beweis nach Bildungspriorität: "Da wird
nur geklagt (Wirtschaft) und geredet (Politik), aber eigentlich passiert
nichts." Er wolle das im anstehenden Landeswahlkampf aufmerksam
beobachten.
Täglich fließe im Land Geld für alle möglichen
Dinge, entscheidend sei der Wille wofür. Eltern und Lehrer mäkeln
da gemeinsam an der Praxis und fragen: ob es tatsächlich immer richtig
sei, alte Schulbauten mit Unsummen zu reparieren, anstatt sie einreißen
und durch modere Gebäude zu ersetzen. "Das kostet wahr scheinlich keinen Pfennig mehr", vermutet Schulpfleger Wolfgang Sinkwitz. |
|
|