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Solingen. Am 12. Juni 1997 wurde in der Gesamtschule Wald von den anwesenden Schulpflegschaftsvorsitzenden bzw. Delegier ten der einzelnen Solinger Schulen die Stadtschulpflegschaft Solingen, das
Vertretungsorgan der Solinger Elternschaft schulpflichtiger Kinder gegründet.
Erklärtes Ziel war vor einem Jahr die Einflußnahme auf die kommunale
Schulpolitik. Im Gespräch mit unserer Zeitung antworten Kersten Sommer,
die Presse sprecherin sowie der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Sinkwitz.
Wer ist die Stadtschulpflegschaft Solingen - Der runde Tisch?
Sommer: Die Stadtschulpflegschaft Solingen ist hervorgegangen aus einer Initiative der Stadtschulpflegschaft Grund schulen Solingen, einer Regionalgruppe der Landeselternschaft Grundschulen NRW, die bis Juni 1997 einzige organisierte Elternvertretung für schulische Belange der 24 Grundschulen. Sie ist die Interessenvertretung aller Solinger Eltern schulpflichtiger Kinder. Sie ist parteipolitisch unabhängig und vertritt die Interessen aller Schulformen."
Was will die Stadtschulpflegschaft Solingen?
Sinkwitz: "Die Stadtschulpflegschaft Solingen als Elternvertretung
nimmt für sich in Anspruch, in Kooperation mit den Schulleitungen,
den Parteien, den Verbänden und übergeordneten Institutionen ihren Einfluß
für eine verbesserte schulische Ausbildung unserer Kinder geltend
zu machen."
Was hat die Stadtschulpflegschaft Solingen denn in diesem Jahr
erreicht?
Sommer: Das Wichtigste möchte ich gleich vorab bemerken,
wir werden sowohl bei den Parteien, dem Ressort IV der Stadtverwaltung,
im Schulverwaltungsamt sowie bei Schulleitungen und der Solinger
Lehrerschaft ernst genommen. Vereinzelt gibt es sogar Lob. Mittlerweile
werden wir schon um Stellungnahmen zu landespolitischen Vorhaben
befragt."
Sinkwitz: "Das war natürlich nicht von Anfang an so. Zunächst hatten wir zu Beginn dieses Schuljahres
nach Antragstellung beim Oberbürgermeister die Möglichkeit, mit
beratender Stimme im Schulausschuß der Stadt vertreten zu sein und
für uns wichtige Informationen zu erhalten. Unsere Stellungnahmen
zu den Themen "Gewalt an Schulen", "bedarfsdeckender Unterricht durch Lehramtsanwärter", "Veruntreuung von Schulgeldern" und anderen trafen doch meist den Nagel auf den Kopf und haben zum Teil etwas bewirkt. Mittlerweile werden wir auch eingeladen zu Sitzungen ressortübergreifender und schulinterner Arbeitskreise. Sicherlich ist unsere Meinung gefragt. Heute reichen unsere Kontakte bis ins Schulministenum sowie in die Landtagsparteien hinein."
Was hat ihrer Meinung nach neben der täglichen Beobachtung und Kommentierung des schulpolitischen Geschehens Wirkung nach außen gezeigt?
Sommer: "Die im April dieses Jahres durchgeführte Veranstaltung
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"Bedarfsdeckender Unterricht durch Lehramtsanwärter - was kommt auf
uns zu?" hat dafür gesorgt, die Stadtschulpflegschaft in der Solinger
Elternschaft und auch in der Solinger Lehrerschaft bekannter zu machen.
Eine gute Berichtserstattung sowohl im Vorteld wie auch in der Nachberichterstattung durch die örtliche Presse hat sicherlich auch dazu beigetragen. Aufgrund des Erfolges dieser Veranstaltung mit über 150 Teilnehmern aus Eltern, Lehramtsanwärtern sowie Lehrerinnen und Lehrern werden wir uns auch in Zukunft zu ausgewählten schulpolitischen
Themen in dieser Form äußern."
Wie stellt sich der Kontakt zur Elternschaft dar?
Sommer: "Auf den regelmäßig stattfindenden Sitzungen
der Stadtschulpflegschaft Solingen sehen wir viele Gesichter von Schulpflegschaftsvorsitzenden und Delegierten Solinger Schulen immer wieder. Neue Gesichter kommen hinzu. Das freut uns sehr und zeigt, daß Elternvertreterlnnen informiert sein wollen, um unsere Informationen in ihre Schulen hineinzutragen.
Sinkwitz: "Seit unserer Veranstaltung im April bekommen wir
auch verstärkt Anrufe von Eltern, die an unseren Sitzungen bisher
nicht teilgenommen haben. Dies zeigt uns, daß der Informationsfluß
von der Stadtschulpflegschaft zur Elternschaft gut funktioniert und wir
als kompetenter Ansprechpartner in Sachen Elternmitwirkung angesehen werden."
Wie stellt sich der Kontakt zu den Schulleitungen sowie dem Lehrerkollegium
der einzelnen Schulen dar?
Sinkwitz: "Das Schulmitwirkungsgesetz regelt ja im einzelnen
die Mitsprachemöglichkelten der Eltern und der Schüler an den
Schulen. Allerdings muß an den Schulen vor Ort dieses Gesetz mit
Inhalten und persönlichen Beziehungen gefüllt worden und hier
sind wir weiter als vor einem Jahr. Mittlerweile werden viele ElternvertreterInnen
in das alltägliche Schulleben sowohl von den Schulleitungen als auch
von der Lehrerschaft mehr eingebunden. Die Blickrichtung geht grundsätzlich zu mehr Kooperation und gegenseitigem Verständnis.
Das wird ja auch immer wichtiger gerade im Hinblick auf die bereits
geschehenen und die noch vor uns stehenden Kürzungen im Schuletat."
Welche Ziele stellt sich die Stadtschulpftegschaft Solingen im nächsten
Schuljahr?
Sommer: "Neben dem tagesaktuellen Geschehen, auf welches wir
auch weiterhin verstärkt unser Augenmerk lenken wollen, werden uns
die in diesem Schuljahr behandelten Themen auch im nächsten Schuljahr
verstärkt beschäftigen. Wir bleiben am Ball. Unsere weitere Perspektive
liegt ferner darin, die Eltern mit vermehrter Information und Kommunikation
für die Arbeit an Ihren Schulen zu motivieren, um von ihrem Recht Gebrauch
zu machen. ihre Vorstellungen von Mitarbeit einzubringen. Schulprogramme
und Schulprofile können zwar auf dem Papier stehen, aber erst die
Umsetzung in gemeinsamer Arbeit an den Schulen füllt das ganze mit
Leben." |
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