Stadtschulpflegschaft Solingen
- Der runde
Tisch e. V.
Pressemitteilung
Solingen, den 20.02.2005
Eltern verunsichert
Schulministerin Ute Schäfer will das Zwischenzeugnis zum 3. Schuljahr abschaffen und begründet dies u. a. mit Reformen, die notwendig seien, um die Grundschullehrer zu entlasten.Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft gibt zu bedenken: "Wer miterlebt, wie sich viele 3.-Klässler auf dieses Zeugnis freuen, da es das erste Zeugnis mit Noten in ihrer Schullaufbahn ist, wer sieht, mit welch strahlenden Augen etliche Grundschulkinder ihr erstes Notenzeugnis zeigen, versteht die Welt nicht mehr. Frau Schäfer nimmt den Kindern die Möglichkeit, ihre Leistungen früh einzuschätzen, nimmt Eltern die Möglichkeit, nicht nur frühzeitig korrigierend tätig zu werden, sondern auch, sich mit einer weiterführenden Schulform schon im Vorfeld zu befassen." Wenn Eltern dann im November/Dezember des entsprechend folgenden 4. Grundschuljahres mit den Klassenlehrerinnen und -lehrern Leistungen des Kindes und Empfehlungen für die weiterführende Schulform besprechen, liegen kaum Daten vor, die eine vernünftige und abgesicherte Entscheidung zugunsten des Kindes zulassen. Sich hier auf die Einschätzung der Klassenlehrer/-in allein zu verlassen, ist viel zu unsicher und eine Entscheidung für eine falsche Schulform kann hier viel öfters getroffen werden. Sinkwitz: "Frau Schäfer sollte für das bestehende dreigliedrige Schulsystem den Eltern und Lehrern auch eine längere Beobachtungszeit für eine vernünftige Entscheidungsgrundlage ermöglichen, die den Weg für Haupt-, Realschule und Gymnasium offen zeigt. Das Zwischenzeugnis im 3. Schuljahr abzuschaffen verschafft den Grundschullehrern eventuell Entlastung, kann aber die Tendenz verstärken, dass sich Schüler schon während der Erprobungsstufe im dreigliedrigen Schulsystem in der falschen Schulform befinden."
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