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Solingen, den 05.03.2003

P r e s s e m i t t e i l u n g

Etikettenschwindel „Offene Ganztagsgrundschule“

„Die offene Ganztagsgrundschule ist ein Etikettenschwindel“, so Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft. In Zusammenhang mit der zukünftigen „integrierten Eingangsstufe“ wird sie dafür sorgen, dass Horte geschlossen und Horterzieher entlassen werden. Hierdurch wird vielen Kindern die Möglichkeit genommen, sich in kleinen Gruppen individuell auf die Schule vorzubereiten. Das wird sehr viel Unruhe in die Grundschulen bringen.

Was wirklich zur Verdrehung der Begriffe und somit zum Etikettenschwindel beiträgt, ist die Bezeichnung „Ganztagsgrundschule“. Hier wird doch eher dafür gesorgt, dass Betreuung bis in die Nachmittagstunden hinein stattfindet. Eine offene Ganztagsbetreuung ist zwar sinnvoll für Eltern, die beide berufstätig sein müssen, allerdings sollte man dies dann auch so nennen. Sinkwitz warnt allerdings davor, dass Unterrichtsausfall dann noch schwerer zu erkennen ist, wenn die Kinder bis in den Nachmittag hinein betreut werden. „Da kommt es dann auf Lehrpläne, auf Unterrichtsinhalte und auf –qualität wohl nicht mehr so sehr an“.

„Diese neue Maßnahme mit dem Argument zu verknüpfen, sie wäre die Antwort auf die schlechten Ergebnisse deutscher Jugendlicher nach PISA, ist die Quadratur des Kreises“, so Sinkwitz. „Diese Aussage belegt doch ganz deutlich, dass unsere Bildungsministerin bis heute keine wirkliche Antwort darauf hat, wie sich die Leistungen unserer Schüler verbessern können. Statt 4 Mrd. Euro in eine Ganztagsbetreuung zu stecken, wäre es sicherlich sinnvoller, inhaltlich an einem besseren Unterricht in den Grundschulen, an weniger Unterrichtsausfall, an individueller Förderung und Forderung und vor allem an kleineren Klassen zu arbeiten, denn das ist dringend notwendig, um ein erstes Fundament zu legen, damit eine Leistungsverbesserung eintreten kann. Und dann können wir auch wieder über Verbesserungen nach PISA reden.“


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