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Pressemitteilung

Solingen, den 15.02.2001

 

Für eine zukunftsfähige Schullandschaft in Solingen

In einer gemeinsamen Presse-Erklärung betonen sowohl die beiden Solinger Lehrerverbände Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) als auch die Stadtschulpflegschaft Solingen als Elternvertretung der Eltern Solinger Schüler das Ergebnis der Gesamtschulanmeldungen als hausgemacht und katastrophal. Bei 849 Anmeldungen müssen in den nächsten zwei Wochen 249 Schülerinnen und Schüler abgewiesen werden. Das entspricht einer Ablehnungsquote von 29%. “Das überrascht uns nicht, weisen wir doch seit Jahren auf fehlenden Schulraum und die Notwendigkeit einer 4. Gesamtschule hin”, so Eckehard Vogt, Vorsitzender der GEW. Georg Schmitt (VBE) sowie Wolfgang Sinkwitz als Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft betonen: “Leider wird sich die Situation auch in den nächsten Folgejahren nicht entschärfen.”

Ein gültiger Schulentwicklungsplan, den die Verbände immer wieder einfordern, hätte schon frühzeitig auf die jetzige Situation hinweisen können. “Nicht nur wir wissen seit Jahren um die Attraktivität der Gesamtschulen, die in Solingen eine sehr gute pädagogische Arbeit leisten. Auch Politik und Verwaltung können anhand der Schülerzahlen der Grundschulen nicht übersehen, dass nahezu 5 Züge in den Sekundar-I-Schulen fehlen. Da ist es nicht verwunderlich, dass diese hohe Zahl an Bewerber/innen an den Gesamtschulen abgelehnt werden muss”, erklärt W.Sinkwitz. “In 14 Tagen, bei den Anmeldungen zu den übrigen Schulformen, wird sich das ganze Ausmaß der Misere zeigen”, betont G. Schmitt. “Wegen dieser erkennbaren Situation haben wir uns schon lange für den Neubau einer weiteren Schule in Solingen ausgesprochen”, erinnert E. Vogt an die vergeblichen Diskussionen der letzten Jahre.

In der gegebenen Situation, die schnelles Handeln in einem engen finanziellen Korsett erfordert, plädieren die Verbände für eine Qualitätsinitiative zugunsten der bestehenden Haupt- und Realschulen in unserer Stadt, damit sie für Schülerinnen und Schüler eine echte Alternative darstellen können. “Statt dessen ist ein eklatanter Unterhaltsstau gerade bei den Schulgebäuden in Solingen unübersehbar”, mahnt W.Sinkwitz.

“Es ist ein zusätzlicher Skandal, wenn die Gelder für alle sächlichen Mittel der Schulen um mehr als 20% gekürzt werden sollen!”, weisen die Vorsitzenden auf die aktuellen Haushaltsberatungen hin. “Diese Gelder, die sich auf die laufenden Kosten von Schulen für Verbrauchs- und Lehrmaterial beziehen, müssen in einer solchen Situation entsprechend der steigenden Schülerzahl wachsen. Mehr Schüler bedeutet mehr Klassen und somit auch mehr Bücher, mehr Lernmittel und mehr Verbrauchsmaterial.”
“Wir erinnern an die im Kommunalwahlkampf gegebenen Versprechungen!” mahnt E. Vogt.
Deshalb fordern die drei Verbände seitens Politik und Verwaltung nicht nur Weitblick und konkrete Taten hinsichtlich einer seit Jahren verfehlten Schulpolitik. G. Schmitt: “Wir protestieren energisch gegen die Kürzungspläne des Stadtkämmerers!” Die Verbände fordern die Stadt als Schulträger auf, für eine den heutigen technischen und pädagogischen Anforderungen angemessene finanzielle Ausstattung aller Schulen zu sorgen. 



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